Ampelblitzer – Wann blitzt er und wie funktioniert ein Rotblitzer?

Von Murat Kilinc

Letzte Aktualisierung am: 10. August 2025

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Bei Rot geblitzt? Ampelblitzer stellen Rotlichtverstöße fest

Ein Ampelblitzer löst immer zweimal aus.
Ein Ampelblitzer löst immer zweimal aus.

Der Bußgeldkatalog „Rote Ampel“ legt gravierende Konsequenzen für Rotlichtverstöße fest. Ein Fahrverbot, mehrere Punkte und hohe Bußgelder sind hier fast schon die Regel. Um einen Rotlichtverstoß festzustellen, sind an zahlreichen Ampeln Blitzer montiert. Ist ein Verkehrsteilnehmer über eine rote Ampel gefahren, so macht der Ampelblitzer zwei Fotos von dem Auto.

Doch woran erkennt ein Ampelblitzer, dass er ein Foto machen soll? Wieso blitzt er zweimal? Und wie fehleranfällig ist eine Messung mit dem Ampelblitzer? Wir haben für Sie die Antworten zusammengestellt.

FAQ: Ampelblitzer

Wie funktionieren Ampelblitzer?

Ampelblitzer arbeiten mit Sensoren, welche unter der Fahrbahn verlegt sind. Wird die Haltelinie bei roter Ampel überschritten, löst das Gerät aus. Fährt das Kfz weiter, wird erneut geblitzt.

Welche Sanktionen drohen, wenn ich bei rot fahre?

Überfahren Sie eine rote Ampel, die gerade auf rot gesprungen ist, wird ein Bußgeld von 90 Euro fällig. Zusätzlich wird ein Punkt in Flensburg vermerkt.

Was ist ein qualifizierter Rotlichtverstoß?

Verkehrsteilnehmer begehen einen qualifizierten Rotlichtverstoß, wenn die Ampel bereits länger als eine Sekunde rot war. In diesem Fall wird ein Bußgeld von 200 Euro fällig und es werden zwei Punkte in Flensburg eingetragen. Zusätzlich wird ein Fahrverbot von einem Monat verhängt.

Weitere Ratgeber zum Ampelblitzer

Das Aussehen eines Ampelblitzers

Moderne Blitzer können – indem sie Schwarzlicht verwenden –  den Fahrer unbemerkt blitzen. Die meisten Modelle geben jedoch ein sehr eindeutiges Lichtsignal ab, wenn sie auslösen. Heute sind – anders als bei ihrer Einführung in den 1970er Jahren – Ampelblitzer meist recht unauffällig konstruiert. Doch nicht jedes technisches Gerät, das an der Ampel angebracht ist, ist auch ein Ampelblitzer. So stellen Bewegungsmelder, welche unweit der Ampellichter angebracht sind, fest, ob eine wenig befahrene Seitenstraße überhaupt befahren ist, und sorgen dann nur bei Bedarf dafür – also wenn sie erkennen, dass ein Fahrzeug an der Ampel wartet – dass die Ampel ihr Licht wechselt. Bewegungsmelder haben keine Kontrollfunktion.

Tatsächlich sind die meisten Rotblitzer gar nicht an der Ampel selbst angebracht, sondern erst einige Meter hinter der Kreuzung. Die technischen Vorrichtungen sind in einem quaderförmigen Kasten verborgen. Vermeintliche Kameras auf Ampeln oder Kameras an Ampeln sind häufig lediglich Bewegungsmelder.

Warum blitzt der Ampelblitzer mehrfach?

Wer bei Rot geblitzt wird, erhält wenige Wochen später einen Bußgeldbescheid. Durch die Fotoaufnahme des Nummernschildes kann der Halter vom fotografierten Fahrzeug durch die Bußgeldbehörde ermittelt werden. Dafür würde jedoch auch ein Foto der Frontscheibe, auf dem auch das amtliche Kennzeichen sowie der Fahrer eindeutig erkennbar sind, genügen. Ein Ampelblitzer blitzt aber stets zweimal – dies hat den Grund, dass der Blitzer so feststellt, ob der Fahrer tatsächlich bei Rot über die Ampel fuhr, oder ob er noch rechtzeitig stehen geblieben ist, bevor die Haltelinie endgültig überschritten wurde.

Verschiedene Arten des Rotlichtverstoß und technische Anforderungen an einen Ampelblitzer

Bei rot geblitzt? Nicht immer funktionieren Ampelblitzer fehlerfrei.
Bei Rot geblitzt? Nicht immer funktionieren Ampelblitzer fehlerfrei.

Die technischen Anforderungen an einen Ampelblitzer sind äußerst hoch. Immerhin muss ein Blitzer so genau messen, dass die Ermittler später einen qualifizierten von einem nicht-qualifizierten Rotlichtverstoß unterscheiden können, denn das Verkehrsrecht bzw. der Bußgeldkatalog setzen unterschiedliche Sanktionen für die beiden Fälle fest.

Wer bei roter Ampel geblitzt wird, erhält in jedem Fall Bußgelder und Punkte, manchmal sogar ein Fahrverbot.
Während kein Fahrverbot anfällt, wenn ein Verkehrsteilnehmer eine Ampel überfahren hat, die vor weniger als einer Sekunde erst auf Rot gewechselt hat, muss man laut Bußgeldkatalog mit einem Fahrverbot und einem dreistelligen Bußgeld (200 Euro laut Bußgeldtabelle!) rechnen, wenn man bei Rot geblitzt wurde, als die Ampel bereits über eine Sekunde Rot leuchtete. Mit unserem Bußgeldrechner können Sie die aktuellen Sanktionen für Rotlichtverstöße ermitteln.

Wann blitzt ein Ampelblitzer?

Die Frage, warum ein Rotblitzer zweimal geblitzt hat, ist bereits geklärt. Doch woher weiß ein Blitzer an der Ampel, wann er seinen Blitz auslösen soll? Eine weit verbreitete Technik besteht in den in den Boden vor- und hinter der Haltelinie eingebrachten Kontaktschleifen. Sobald ein Auto diese überfährt, löst der Blitzer aus, und dies geschieht beim Passieren einer Kreuzung dann noch ein zweites Mal. Viele Ampelblitzer funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Blitzer zur Geschwindigkeitsmessung. Sie stellen auch fest, wie schnell ein Fahrzeug gefahren ist. So können bei Bedarf auch mehrere Ordnungswidrigkeiten geahndet werden.

Video zum Ampelblitzer

Dieses Video verrät Ihnen, was ein Ampelblitzer ist und worauf Sie achten sollten
Dieses Video verrät Ihnen, was ein Ampelblitzer ist und worauf Sie achten sollten

Ampelblitzer bei Gelb?

Manche Ampelblitzer sind so justiert, dass sie bereits bei Gelb auslösen. Für das Überfahren einer gelben Ampel fällt lediglich ein Verwarngeld von 10 – 15 Euro an. Auf den Fotos, die eine Blitzer-Ampel herstellt, ist auch kaum zu erkennen, ob der Fahrer überhaupt noch hätte bremsen können, als er eine gelbe Ampel überfahren hat. Im Bußgeldkatalog ist zu dieser Ordnungswidrigkeit ausdrücklich vermerkt, dass ein Fahrer bei Gelb nur bremsen muss, wenn dies auch gefahrlos möglich ist.

Wer also an einer Ampel mit Blitzer bei dem gelben Licht geblitzt wird, sollte die Möglichkeiten zum Einspruch gegen den entsprechenden Bußgeldbescheid prüfen. Denn in diesem Fall ist der Blitzer an der Ampel wohl nicht ordnungsgemäß gewartet worden und das Bußgeld ist nicht zulässig.

Wann lohnt sich ein Einspruch gegen die Blitzer-Ampel?

Damit ein Ampelblitzer die hohen technischen Anforderungen erfüllt, muss er regelmäßig gewartet und geeicht werden, da die Messergebnisse ansonsten als Grundlage für einen Bußgeldbescheid nicht zulässig sind. Auch wenn auf dem Foto, das der Blitzer erstellt, der Fahrer nicht eindeutig zu erkennen ist, kann Einspruch gegen den Bußgeldbescheid eingelegt werden.

Über den Autor

Murat Kilinc (Rechtsanwalt)
Murat Kilinc

Der Fachanwalt für Verkehrsrecht Murat Kilinc ist dank seines Expertenwissens dazu in der Lage, die Leser von bussgeldkatalog.org umfassend über Themen rund um den Verkehr - wie etwa das Verkehrszivilrecht sowie das Verkerhrsstrafrecht - aufzuklären. Sein Studium absolvierte er an der Universität Bremen. Sein Referendariat führte den heutigen Geschäftsführer der rightmart Verden Rechtsanwalts GmbH an das OLG Celle sowie in den Landgerichtsbezirk Verden.

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162 Kommentare

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  1. staging.bussgeldkatalog.org
    Am 28. August 2017 um 12:36

    Hallo Yassin,

    wir haben leider keine aktuellen Informationen über sämtliche Blitzer in Deutschland.

    Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

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