Verkehrsregeln in Frankreich: Das müssen Sie beachten

Von Sascha Münch

Letzte Aktualisierung am: 10. August 2025

Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Tipps für den nächsten Frankreich-Urlaub mit dem Auto

Die Verkehrsregeln in Frankreich
Die Verkehrsregeln in Frankreich

Frankreich führt derzeit die Vergleiche der beliebtesten Länder weltweit an. Im Jahr 2012 übersteig die Anzahl der Touristen die der Einwohner Frankreichs. Gerade die südfranzösischen Küstenorte, die zahlreichen Skigebiete und die Metropole Paris zogen etwa 83 Millionen Besucher an. Etwa jeder 30. Tourist darunter war ein Deutscher (2,55 Millionen Personen).

Aufgrund der Nähe zum Nachbarland entscheiden sich viele Deutsche dazu, in das Land mit dem eigenen Fahrzeug zu reisen. Dies kann jedoch schwierig werden, wenn Sie die in Frankreich vorherrschenden Verkehrsregeln nicht kennen. Spätestens, wenn der ausländische Bußgeldbescheid per Post kommt, hat der Urlaub einen faden Nachgeschmack. Damit das nicht passiert, erklären wir Ihnen in diesem Artikel die wichtigsten Verkehrsregeln in Frankreich.

FAQ: Verkehrsregeln in Frankreich

Wird ein internationaler Führerschein in Frankreich benötigt?

Für EU-Bürger reicht der nationale EU-Führerschein aus, um in Frankreich fahren zu dürfen. Ein internationaler Führerschein muss nicht vorhanden sein.

Sind in Frankreich Geschwindigkeitsbeschränkungen zu beachten?

Ja, in Frankreich gilt auf allen Straßen ein bestimmtes allgemeines Tempolimit. Welche Höchstgeschwindigkeit wo erlaubt ist, erfahren Sie hier.

Werden französische Sanktionen in Deutschland vollstreckt?

Ja, sofern es sich im Bußgelder ab 70 Euro handelt. Andere Sanktionen wie Fahrverbote oder Punkte aus Frankreich werden nicht übertragen.

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie weitere Informationen über die Verkehrsregeln in Frankreich:

Auszug aus dem französischen Bußgeldkatalog

VergehenStrafeWeitere Sanktionen
Anschnallpflicht missachtetFahrer: 135 Euro
Beifahrer: 135 Euro
Fahrer: Minus 3 Punkte
Alkohol am Steuer (Blutgehalt zwischen 0,5 g/l und 0,8 g/l)135 EuroMinus 6 Punkte, Führerscheinentzug möglich
Beim Abbiegen nicht geblinkt35 EuroMinus 3 Punkte, Führerscheinentzug möglich
Fahren ohne Fahrerlaubnis800 bis 15.000 Eurobis zu 5 Jahre Verbot führerscheinpflichtige Kfz zu führen, Stilllegung oder Beschlagnahmung des Kfz
Fahrerflucht75.000 Eurominus 6 Punkte, bis zu 5 Jahre Verbot führerscheinpflichtige Kfz zu führen, Stilllegung oder Beschlagnahmung des Kfz
Falschparken35 Euro bis 135 EuroJe nach Schwere: 0 bis minus 3 Punkte, Führerscheinentzug, Beschlagnahmung des Fahrzeugs möglich
Geschwindigkeitsüberschreitung68 bis 1.500 EuroJe nach Schwere: minus 1 bis minus 6 Punkte, Führerscheinentzug, Freiheitsstrafe, Beschlagnahmung des Fahrzeugs möglich
Handy am Steuer135 EuroMinus 3 Punkte
Mit abgefahrenen Reifen gefahren135 EuroStilllegung des Fahrzeugs möglich
Mit Kopfhörern gefahren135 EuroMinus 3 Punkte
Ohne Helm Kraftrad gefahren (Motorrad, Moped etc.)135 EuroMinus 3 Punkte
Rotlichtverstoß135 EuroMinus 4 Punkte, Führerscheinentzug möglich
Stoppschild überfahren135 EuroMinus 4 Punkte, Führerscheinentzug möglich
Hinweis Punkte: Beim französischen Punktesystem werden je nach Verstoß Punkte abgezogen. Bei 0 Punkten dürfen Sie kein führerscheinpflichtiges Fahrzeug mehr führen. Zu Beginn hat jeder Fahrer 12 Punkte. Fahranfänger haben 6 Punkte.
Stand 09/2024

Die französische Straßenverkehrsordnung und ihre Regeln

Da Frankreich wie Deutschland Mitglied der Europäischen Union (EU) ist, gelten hier fast die gleichen Regeln. Dennoch hat Frankeich auch eigene Verkehrsregeln, die bei einem Verstoß mit einem hohen Bußgeld bestraft werden können.

Der Fahrstil der Franzosen ist zumeist hektisch, weshalb deutsche Autofahrer meist anfangs überfordert sind. Doch mit der Zeit gewöhnen sich die Urlauber schnell daran. Wer dachte, dass sich in Deutschland zahlreiche Verkehrsschilder auf den Straßen befinden, wird in Frankreich eines Besseres belehrt. Hier kann es schon einmal vorkommen, dass ein Hinweisschild laut der Verkehrsregeln in Frankreich ein Stoppschild in 50 Metern ankündigt. Wer nun denkt, dass diese Schilder den Verkehr ordnen, hat weit gefehlt.

Frankreichs Autofahrer sind manchmal sehr chaotisch und überholen auch schon einmal von rechts. Zudem benutzen sie kaum den Blinker. Auch die Kreisverkehre besitzen größtenteils keine Fahrbahnmarkierungen, weshalb das Autofahren für ausländische Touristen noch einmal erschwert wird.

Mit dem Auto in Frankreich unterwegs

Der EU-Führerschein gilt auch in Frankreich.
Der EU-Führerschein gilt auch in Frankreich.

In Frankreich wird der deutsche Führerschein anerkannt. Aufgrund der EU-weiten Regelung der Führerscheinklassen, können Sie in der Regel auch die Fahrzeuge in Frankreich bedienen, die Sie in Deutschland fahren dürfen. Das Mindestalter für das Bedienen von Pkw liegt auch in Frankreich bei 18 Jahren.

Wer mit den Kindern in den Urlaub nach Frankreich fährt, ist in der Pflicht, laut der in Frankreich vorherrschenden Verkehrsregeln, die Kleinen unter 10 Jahre auf dem Rücksitz bzw. Kindersitz unterzubringen. Es gilt auch hier eine gesetzliche Gurtpflicht. Möchte ein Kind auf dem Beifahrersetz Platz nehmen, muss es mindestens 10 Jahre alt sein. Einige Ausnahmeregelungen bestimmen jedoch, dass Kinder unter 10 Jahren auf dem Beifahrersitz Platz nehmen dürfen, wenn

  • ein geeigneter Kindersitz und ein anderes Rückhaltesystem vorhanden ist,
  • keine Rücksitze im Auto vorhanden sind oder
  • die Rücksitzbank bereits mit zwei Kindern unter 10 Jahren besetzt ist.

Sind Sie mit dem Auto unterwegs und werden von der französischen Polizei angehalten, müssen Sie folgende Dokumente vorzeigen:

  • Führerschein
  • Zulassungsbescheinigung
  • Versicherungspapiere

In Frankreich ist auch der internationale Führerschein gültig. Dieser wird jedoch nicht extra benötigt.

Grundsätzlich müssen Autofahrer links überholen. Der Blinker sollte außerdem bis zum Ende des Überholens eingeschaltet sein. Ausnahme von den Verkehrsregeln in Frankreich sind Straßenbahnen. Diese müssen immer von rechts überholt werden. Eine weitere Sonderregelung gilt in Einbahnstraßen. Hier dürfen Sie auch von links überholen.

Laut der Verkehrsregeln in Frankreich gilt keine Abblendlichtpflicht. Dennoch wird empfohlen, das Abblendlicht auch tagsüber einzuschalten. Das Licht muss aber bei Regen und Schneefall sowie in Tunneln und in Galerien angestellt werden.

Die Vorfahrt in Frankreich
Die Verkehrsregeln in Frankreich bestimmen auch die Vorfahrt im Kreisverkehr.
Die Verkehrsregeln in Frankreich bestimmen auch die Vorfahrt im Kreisverkehr.

Straßenbahnen haben grundsätzlich immer Vorfahrt. Im französichen Kreisverkehr können zwei Regeln zum Einsatz kommen. Handelt es sich um einen „Giratoire“ hat jenes Auto Vorfahrt, welches den Kreisel bereits befährt. Umgekehrtes gilt bei einem „Rond-point“. Bei diesem wird die Regel „rechts vor links“ angewandt. Da beide Typen Kreisverkehr mit demselben Verkehrszeichen gekennzeichnet werden, müssen sich Autofahrer stets an den Vorfahrtsschildern richten. In 90 % der Fälle handelt es sich bei französischen Kreisverkehren um Giratoires – in diesem Fall steht vor jeder Kreiseleinfahrt das Verkehrszeichen 205 (Vorfahrt wahren). Bei Rond-points steht dieses Zeichen hingegen innerhalb des Kreisels vor jeder Ausfahrt.

Auf Bergstraßen haben diejenigen Fahrzeuge laut der Verkehrsregeln in Frankreich Vorrang, welche bergaufwärts fahren. In manchen Fällen kann es sogar vorkommen, dass das bergabwärtsfahrende Auto zurückfahren muss, um Platz zu machen. Dies gilt in der Regel, wenn sich das aufwärtsfahrende Kfz nicht in der Nähe einer Ausweichstelle befindet. Folgende Fahrzeuge müssen immer Vorfahrt beachten:

  • Einzelfahrzeuge (bergabwärts) bei Gespannen (bergaufwärts)
  • Lastkraftwagen (bergabwärts) bei Omnibussen (bergaufwärts)
  • leichte Fahrzeuge (bergabwärts) bei schweren Fahrzeugen (bergaufwärts)

Tempolimit in Frankreich

Die Höchstgeschwindigkeit in Frankreich unterscheidet sich zu der in Deutschland. Innerhalb geschlossener Ortschaften müssen Urlauber 50 km/h fahren. Außerorts in Frankreich ist das Tempolimit 80 km/h. Auf Kraftfahrstraßen sind lediglich 110 km/h erlaubt und auf Autobahnen 130 km/h. Bei Regen muss die Höchstgeschwindigkeit im Rahmen der Verkehrsregeln in Frankreich reduziert werden.

Fahranfänger müssen laut Verkehrsrecht in Frankreich jeweils 20 km/h weniger als die vorgegebene Geschwindigkeit in Frankreich fahren. Wer seinen Führerschein weniger als zwei Jahre besitzt, gilt in Frankreich wie in Deutschland als Fahranfänger.

BereichGeschwindigkeitbei RegenFahranfänger
innerorts*50 km/h50 km/h50 km/h
außerorts80 km/h80 km/h80 km/h
Kraftfahrstraße110 km/h100 km/h100 km/h
Autobahn130 km/h110 km/h110 km/h
* in Paris gilt seit dem 30. August 2021 innerorts ein Tempolimit von 30 km/h
Zu schnell in Frankreich gewesen?

Wer in Frankreich die Höchstgeschwindigkeit überschreitet, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Hierbei kann das Bußgeld bis zu 1.500 Euro hoch sein.

Urlauber, die besonders schnell zahlen, bekommen meist einen Rabatt auf das Bußgeld. Die Zahlung kann über das Internet vorgenommen werden.

Bußgeld aus Frankreich kann auch hierzulande eingetrieben werden.
Bußgeld aus Frankreich kann auch hierzulande eingetrieben werden.

Aufgrund eines EU-Abkommens, das seit 2010 in Deutschland Bestand hat, dürfen ausländische Bußgelder ab einer Summe von 70 Euro auch hierzulande eingetrieben werden. Doch bereits vor diesem Wert ist der Strafzettel rechtskräftig. Wer diesen nicht bezahlt, muss mit Mahnungen rechnen, die teilweise hohe Gebühren nach sich ziehen. Erhöht sich dann die Summe vom Bußgeld und dessen Gebühren auf mindestens 70 Euro, kümmern sich die deutschen Behörden darum.

Sollten Urlauber die Höchstgeschwindigkeit in Frankreich mit mindestens 50 Prozent übersteigen, kann der Führerschein und auch das Fahrzeug konfisziert werden. Fahren Sie also beispielsweise innerorts mit mindestens 75 km/h, tritt dieser Fall ein.

In Frankreich geblitzt zu werden, ist nicht unwahrscheinlich. Vor einiger Zeit wurden Radarkontrollen durch fest installierte Geräte noch mittels Hinweisschildern angezeigt. Diese Hinweisschilder müssen jedoch nicht vor jedem Blitzer stehen. Um nicht geblitzt zu werden, sollten Sie sich daher unbedingt an die Verkehrsregeln in Frankreich halten.

Seit dem Januar 2012 sind Radarwarner oder Navigationsgeräte mit Verkehrsüberwachungsmaßnahmen in Frankreich verboten. Doch nicht nur die Nutzung wird bestraft, auch das Mitführen solcher Geräte. Das Verbot gilt für folgende Geräte:

  • mobile Navigationsgeräte mit Radarwarnern
  • im Auto integrierte Geräte mit Radarwarnern
  • Mobiltelefone mit Navigationssoftware und Radarwarnern

Besonders die POI-Funktion dieser Geräte ist ein Dorn im Auge der französischen Behörden. Diese Software zeigt Points of Interest, also Orte von Interesse und kann vor ihnen warnen. Die Geräte werden in der Regel beschlagnahmt. Zudem droht ein Bußgeld bis zu 1.500 Euro.

Möchten Sie gegen dieses Bußgeld einen Einspruch erheben, müssen Sie das Polizeigericht kontaktieren, welches sich in dem Gebiet befindet, in dem Sie kontrolliert wurden.

Bußgeldkatalog Frankreich: Die französischen Sicherheitsvorschriften

Die Verkehrsregeln in Frankreich sind natürlich auf die Sicherheit im Straßenverkehr ausgelegt. Neben der maximalen Geschwindigkeit in Frankreich besteht zudem eine Gurtpflicht, die für alle Personen im Auto verpflichtend ist. Geraten Urlauber in eine Polizeikontrolle und ein paar Insassen sind nicht angeschnallt, wird ein Bußgeld pro nicht angegurteter Person von 135 Euro fällig.

Diese Summe müssen auch Touristen befürchten, die mit dem Handy am Ohr fahren. Außerdem sind beim Frankreichurlaub immer ein Warndreieck und eine Warnweste mitzuführen. Ist dies nicht der Fall, kostet dies ebenfalls 135 Euro.

Die Sicherheitswestenpflicht in Frankreich
Für Motorradfahrer gibt es besondere Bestimmungen der Verkehrsregeln in Frankreich.
Für Motorradfahrer gibt es besondere Bestimmungen der Verkehrsregeln in Frankreich.

Auch in Frankreich muss eine Warnweste mitgeführt werden. Dabei ist zu beachten, dass sich eine Warnweste pro Insasse im Auto befinden muss. Die Weste sollte das Kontrollzeichen EN 471 tragen und dementsprechend gut reflektieren. Verlassen alle Personen beispielsweise nach einem Unfall den Wagen, müssen auch alle eine Sicherheitsweste tragen.

Motorrad- und Kleinkraftradfahrer ab einem Hubraum von mehr als 125 Kubikcentimetern sowie Führer von Motordreirädern ab einer Leistung von über 15 kW sind ab 2013 laut der Verkehrsregeln in Frankreich verpflichtet, reflektierende Kleidung zu tragen. Dies gilt auch für Durchreisende. Die Kleidung muss mindestens 150 cm2 reflektierendes Material besitzen. Wer sich nicht daran hält, nimmt ein Bußgeld von etwa 68 Euro in Kauf.

Im Gegenzug dazu besteht für Fahrradfahrer immer eine Warnwestenpflicht, wenn sie nachts oder bei schlechter Sicht außerorts radeln. Verstößt ein Fahrer dagegen, muss er mindestens 22 Euro zahlen.

Frankreich: Die Autobahn und deren Geschwindigkeit

Wie bereits beschrieben, müssen Fahrzeugfahrer maximal 130 km/h auf der Autobahn fahren sowie bei schlechten Witterungsbedingungen 110 km/h. Diese Begrenzung gilt immer für Fahranfänger.

Nicht jede Autobahn in Frankreich verlangt nach einer Mautgebühr. Die Mautpflicht wird anhand von farbigen Schildern anhand der Verkehrsregeln in Frankreich gekennzeichnet:

  • gebührenpflichtige Autobahn (frz. autoroute): blaues Schild (frz. péage)
  • mautfreie Bundesstraßen (frz. routes nationales): grünes Schild

Auf Autobahnabschnitten, die sich in der Nähe von größeren Städten befinden, wird in der Regel keine Maut in Frankreich verlangt. Sollten Sie dennoch auf einer Mautpflichtigen Strecke unterwegs sein, folgen Sie den grünen Kreuzen.

Sobald Sie die Autobahn in Frankreich befahren, müssen Sie laut der Verkehrsregeln in Frankreich direkt an der ersten Mautstation ein Ticket ziehen. Der Preis berechnet sich aus der zu fahrenden Strecke und der Fahrzeugart.

Die Promillegrenze in Frankreich sowie die Alkoholtester-Pflicht

Urlauber müssen in Frankreich einen Alkoholtester mitführen.
Urlauber müssen in Frankreich einen Alkoholtester mitführen.

Seit Sommer 2012 gilt die Mitführpflicht in Frankreich von einem Alkoholtester. Alle Kraftfahrer müssen deshalb ein unbenutztes Messgerät mitführen. Einen sogenannten Einmaltester gibt es bereits ab einem Euro in Tankstellen und Supermärkten. Ausnahme von der Frankreich-Alkoholtester-Regelung sind Mofas. Die Verordnung gilt auch für Touristen und Durchreisende.

Die Testgeräte müssen der französischen Norm entsprechen, welche durch das Kürzel „NF“ gekennzeichnet sind. Dabei ist es egal, ob es sich um Einwegtester oder elektronische Geräte handelt. Eigentlich war ein Verstoß gegen die in Frankreich eingeführten Alkoholtester und den Verkehrsregeln in Frankreich mit einem Bußgeld von 11 Euro beziffert. Der Verstoß kann jedoch nicht mehr geahndet werden, da die anzubietenden Märkte nicht auf die hohe Nachfrage reagieren können. Aus diesem Grund wird der Verstoß gegen die Mitführpflicht von Alkoholtestern nicht mehr geahndet. Sie ist aber dennoch nicht abgeschafft.

Die Promillegrenze in Frankreich liegt auch bei 0,5, wie in Deutschland. Bereits zwischen 0,5 und 0,8 Promille in Frankreich liegt das Bußgeld bei 135 Euro. Wer mit einem Wert darüber noch vor dem Steuer kontrolliert wird, kann eine zweijährige Haftstrafe und eine Geldbuße in Höhe von 4.500 Euro erwarten.

Zudem ist die Polizei befugt, Fahrer auf Drogen zu testen. Sollten Sie welche konsumiert haben, droht Ihnen ebenfalls eine zweijährige Haftstrafe und 4.500 Euro. Wird ein Fahrer positiv auf Drogen getestet und überschreitet zudem die gesetzliche Promillegrenze in Frankreich, erhöht sich die Strafe auf 9.000 Euro und drei Jahre Haft.

Bußgeld und Strafzettel in Frankreich

Hält ein Fahrer die vorgeschriebene Geschwindigkeit in Frankreich nicht ein oder parkt falsch, werden auch wie in Deutschland Knöllchen aus Frankreich verschickt. Der Bußgeldkatalog in Frankreich sieht fünf Klassen für Bußgelder und Verstöße vor. Klasse 1 definieren leichte Vergehen, Klasse 5 dagegen die schwerwiegenden.

Der in Frankreich vorherrschende Bußgeldkatalog ist teilweise im Straßenverkehrsgesetz (frz. Code de la Route) zu finden. Falschparken kostet laut dem Bußgeldkatalog in Frankreich über 15 Euro. Geblitzt in Frankreich zu werden, ist dagegen teurer. Wer sich gegen die Verkehrsregeln in Frankreich stellt und 20 km/h zu schnell fährt, muss mit einem Bußgeld aus Frankreich in einer Höhe von mindestens 135 Euro rechnen. Wer den Strafzettel aus Frankreich gleich bezahlt, muss nur eine reduzierte Geldbuße überweisen. Wird der Bußgeldbescheid aus Frankreich jedoch verspätet gezahlt, kann sich Bußgeld schnell erhöhen.

Das Bußgeld aus Frankreich und seine Vollstreckung

Aufgrund einer europäischen Verordnung kann ein Bußgeld aus dem Ausland wie beispielsweise Frankreich über 70 Euro auch in Deutschland vollstreckt werden. Auch Knöllchen unter diesem Wert sind jedoch rechtskräftig. Wer das Geld nicht bezahlt, kann auch mit einem gerichtlichen Verfahren rechnen. Wird das Bußgeld aus Frankreich nicht bezahlt und derjenige fährt wieder in das Nachbarland, kann sogar das Auto bei einem Verstoß gegen die Verkehrsregeln in Frankreich konfisziert werden.

Quellen und weiterführende Links

Über den Autor

Sascha Münch (Rechtsanwalt)
Sascha Münch

Nachdem Sascha Münch sein Jura-Studium in Bremen abgeschlossen hatte, absolvierte er sein Referendariat am OLG Celle. 2013 erhielt er die Zulassung zum Rechtsanwalt und 2019 wurde er zum Notar bestellt (seit 2021 Notar a. D.). Als Autor für bussgelkatalog.org verfasst er u. a. Ratgeber zum Bußgeldverfahren.

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160 Kommentare

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  1. Zeljko A
    Am 21. Juni 2021 um 4:08

    bin in Frankereich erwischt mit roller in natur schutz gebit unterwegs wi hoch kann diese strafe sein????

  2. Peter H
    Am 8. Januar 2021 um 14:52

    Eine Frage zur Anschnallpflicht:
    Ich habe ein Womo mit H-Zulassung. Das hat und braucht nach deutschen Regularien keine Gurte drin, deshalb besteht in Deutschland in diesem Fall auch keine Anschnallpflicht.
    Wird das in Frankreich auch so anerkannt oder bestraft?

  3. Heinz -Jürgen
    Am 26. Oktober 2020 um 12:58

    Meine Frage….ist ein Bußgeldbescheid in Frankreich wenn er älter wie 3 Monate ist,auch hinfällig ???
    Vielen Dank im voraus Lg.

  4. Reineke
    Am 26. Oktober 2020 um 2:58

    Guten Morgen,
    Gestern habe ich eine rote (Fußgänger-?)-Ampel in Frankreich überfahren. Was mir nicht bekannt war ist die Tatsache, dass in Frankreich die Ampeln auch in Kreiseln stehen. Es war weder ein Auto noch ein Fußgänger zu sehen und ich habe die Ampel nicht rechtzeitig bemerkt. Ich bin noch in der Probezeit…
    Was wird da auf mich zu kommen?
    V

  5. Emily
    Am 20. Juli 2020 um 13:39

    Hey,

    ich möchte in 2 Wochen mit dem Auto nach Frankreich fahren (Urlaub dort verbringen). Meinen Führerschein habe ich vor einiger Zeit verloren. Ich war schon beim Bürgeramt und habe einen neuen beantragt, allerdings dauert das 6-8 Wochen und eine Express-Ausstellung ist aufgrund von Corona nicht möglich. Der vorübergehende Führerschein gilt nur in Deutschland…
    Meine Frage; weiß jmd. wie das gesetzlich ist, falls ich in Frankreich kontrolliert werde und ich zwar „im Besitz“ eines Führerscheins bin, ich ihn aber nicht bei mir führe?

    Vielen Dank im voraus und liebe Grüße

  6. Erik
    Am 14. Juli 2020 um 14:27

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    demnächst unternehme ich mit meiner Freundin einen Trip quer durch Europa.
    Dabei werden wir mit dem Auto fahren und bei Campingplätzen im Zelt schlafen.
    Um den größtmöglichen Raum meines Autos (VW Passat 3b) nutzen zu können,
    wäre es von großem Vorteil, wenn wir die Rücksitzbank ausbauen. In Deutschland ist ein
    temporärer Ausbau der Sitzbank legal.

    Nun wollte ich Sie fragen, wie die Bestimmungen in Frankreich sind und was man bei der
    Durchfahrt noch alles beachten muss.

    Danke im Vorraus!
    Braune

  7. Ernst E.
    Am 21. Februar 2020 um 22:01

    Ziehen die Blitzautomaten ein paar km/h ab? Was bezahlt man, wenn man (nach Abzug) nur wenige km/h zu schnell fährt?

  8. Tobias
    Am 3. Februar 2020 um 13:47

    Hallo ich bin Frankreich in einer am Ortseingangsschild (50km/h Limit) mit 99km/h (laut meinem gps Bordcomputer geblitzt worden .

    Kann mir jemand sagen was passiert ?
    Mfg

  9. Dietmar
    Am 26. September 2019 um 20:57

    Hallo,
    wir fahren mit dem Wohnmobil über 3,5 Tonnen und einem Anhänger mit 750 kg zGG nach Frankreich. Welche Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten in der Stadt, auf Landstraßen und Autobahnen.
    Vielen Dank für Ihre Bemühungen
    Mit freundlichen Grüßen
    Dietmar

  10. Arthur
    Am 23. September 2019 um 22:25

    Kurze Information:
    Bei dem Abschnitt „Die Sicherheitswestenpflicht in Frankreich“ werden vermutlich Motorräder ab 125 ccm gemeint, oder? Denn dort steht 125 Kubikmeter xD

    • staging.bussgeldkatalog.org
      Am 25. September 2019 um 11:35

      Hallo Arthur,
      vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  11. Nikola
    Am 28. Juli 2019 um 8:52

    Hallo,
    wir sind über eine durchgezeichnete Mittenfahrbahnlinie gefahren, um schneller auf die andere Fahrbahnseite zu gelangen, anstatt den angegebenen sich in ca. 500 m befindlichen Kreisverkehr zu nutzen. Eigene Dummheit. Wir mussten sofort in bar 135 € bezahlen.
    Ich habe versucht zu recherchieren, welches Strafmaß angegeben wird? Könnten Sie mir Auskunft geben? Danke.

    • staging.bussgeldkatalog.org
      Am 29. Juli 2019 um 9:11

      Hallo Nikola,
      entsprechende Informationen liegen uns nicht vor.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  12. Gary
    Am 18. Februar 2019 um 23:31

    Ich wurde am Wochende auf der mehrspurigen Landstraße, oder Autobahn (bin mir nicht sicher) bei erlaubten 90 km/h mit 165kmh geblitzt. Zu mir ich bin wohnhaft in Deutschland und in der probezeit noch,,, muss ich nur mit einem Bußgeld rechnen oder wird der Führerschein eingezogen?

  13. Petra
    Am 17. Oktober 2018 um 10:31

    Hallo Bußgeldkatalog-Team,

    bin im Elsaß geblitzt worden und habe den Bußgeldbescheid versehentlich übers Altpapier entsorgt. :O
    Da ich aber durchaus zahlungswillig bin, hätte ich gerne gewusst, an wen ich mich jetzt wenden kann/muss, um höhere Gebühren abzuwenden.
    Die Zentrale Bußgeldstelle in Speyer konnte mir hier jedenfalls nicht weiterhelfen…

    Danke schon mal im Voraus!

    Herzliche Grüße
    Petra

  14. emir
    Am 10. Oktober 2018 um 22:25

    hallo ich wurde gestern Abend auf Autobahn geblitzt es war 90kmh ich bin ungefähr 100kmh schnell gewesen. wie hoch wird Busse.danke

  15. Moi
    Am 9. Oktober 2018 um 11:49

    Was soll ich denn für Versicherungspapiere mitnehmen????

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