Führerschein im Alter abgeben: Autoverbot für Senioren?

Von Murat Kilinc

Letzte Aktualisierung am: 9. August 2025

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Senioren den Führerschein entziehen – Ist das nötig?

Müssen Senioren ihren Führerschein im Alter abgeben?
Müssen Senioren ihren Führerschein im Alter abgeben?

Busse, Bahnen, Autos, Menschen – all das bewegt sich im typischen Großstadttrubel unermüdlich hin und her. Während diese Dynamik für junge Menschen spannend und anziehend ist, fühlen sich Senioren häufig schlichtweg überfordert von all den Eindrücken. Sie sehnen sich dann nach ruhigeren Gegenden und ziehen in ländliche Gebiete.

Doch diese Beschaulichkeit geht oft auch mit einem schlechteren Verkehrsnetz einher. Ohne eigenes Auto können Supermarkt oder Arzt nicht ohne weiteres aufgesucht werden. Das Stückchen mobile Freiheit soll zudem auch im Alter nicht verloren gehen. Solange die Anforderungen des Straßenverkehrs bewältigt werden können, spricht auch nichts dagegen. Aber was ist, wenn ein sicheres Navigieren nicht mehr möglich ist? Müssen die Besitzer ihren Führerschein im Alter dann abgeben?

Im folgenden Ratgeber informieren wir Sie über den Führerscheinentzug im Alter. Gibt es vielleicht eine Vorschrift, wonach Senioren den Führerschein abgeben müssen wegen ihrem Alter? Warum stellen ältere Menschen überhaupt eine Gefahr im Straßenverkehr dar? Wir klären auf!

FAQ: Fahrverbot für Senioren

Gibt es überhaupt ein Fahrverbot für Senioren?

Nein. Niemand muss nur aufgrund seines Alters seinen Führerschein abgeben. Denn allein das Alter beeinträchtigt noch nicht die Fahreignung eines Menschen.

Welche Faktoren können die Fahreignung beeinträchtigen?

Bestimmte körperliche, gesundheitliche oder geistige Beeinträchtigungen können die Fahreignung entfallen lassen, etwa wenn jemand kaum noch etwas sehen kann.

Wann müssen Senioren ihren Führerschein abgeben?

Zeigt ein Fahrer bestimmte körperliche oder geistige Ausfallerscheinungen, so kann eine Entziehung des Führerscheins gerechtfertigt sein – im Interesse der Verkehrssicherheit. Das ist aber immer eine Einzelfallentscheidung.

Immer wiederkehrendes Streitthema: Fahrverbot für Senioren

In der Vergangenheit wurden wiederholt Stimmen laut, die sich dafür aussprechen, dass betagte Verkehrsteilnehmer den Führerschein im Alter abgeben sollen. Es wird dann lautstark ein pauschales Fahr- oder Autoverbot für Senioren gefordert. Doch gemeint ist damit in aller Regel tatsächlich die Entziehung der Fahrerlaubnis.

Bei dem Fahrverbot handelt es sich um eine temporäre Maßnahme. Der Autofahrer gibt sein Ausweisdokument für einen gewissen Zeitraum ab und erhält es nach Ablauf dieser Frist automatisch zurück. Beim Führerscheinentzug geht nicht nur das Dokument, sondern die Berechtigung, ein Auto zu führen, als solche verloren. Hier muss gegebenenfalls der Führerschein neu beantragt werden, wenn der Betreffende wieder hinter dem Steuer sitzen möchte.

Wann ist der Lappen weg?

Die Behörde kann den Führerschein abnehmen, wenn alte Menschen nicht mehr geeignet sind, ein Fahrzeug sicher zu führen.
Die Behörde kann den Führerschein abnehmen, wenn alte Menschen nicht mehr geeignet sind, ein Fahrzeug sicher zu führen.

Ein Führerscheinentzug – ob altersbedingt oder nicht – ist typischerweise Folge begründeter Zweifel an der Fahreignung einer Person. Gerade wenn Alkohol oder Drogen am Steuer festgestellt wurden, kann diese Sanktion erfolgen.

Prinzipiell rechtfertigen körperliche, geistige, aber auch charakterliche Mängel einen Führerscheinentzug. Senioren sind davon unter Umständen ebenso betroffen wie jüngere Autofahrer. Muss ein Verkehrsteilnehmer seinen Führerschein im Alter abgeben, sind oft körperliche Defizite, beispielsweise bedingt durch Krankheiten, ausschlaggebend.

Doch nicht jeder Mensch altert gleich. Auch die gesundheitlichen Einschränkungen sind stets individuell. Ein universelles Verbot, wonach Senioren ihren Führerschein altersbedingt abgeben müssen, existiert daher nicht. Damit würden sonst automatisch Personen diskriminiert, die durchaus noch fahrtauglich sind. Nichtsdestotrotz stellen betagte Autofahrer eine Gefahr im Straßenverkehr dar. Laut der Deutschen Verkehrswacht trugen im Jahr 2015 zwei Drittel der über 64-jährigen Unfallbeteiligten die Hauptschuld an dem Kfz-Schadensfall.

Medikamente im Straßenverkehr

Nicht selten sind ältere Menschen auf Tabletten angewiesen – das bringt der natürliche Alterungsprozess in der Regel so mit sich. Gerade dieser Punkt kann im Straßenverkehr kritisch werden, da sich manche Medikamente auf das Autofahren negativ auswirken können. Müdigkeitserscheinungen oder andere Nebenwirkungen führen zu einer Fahruntüchtigkeit, welche die eigene und die Verkehrssicherheit der anderen Autofahrer gefährdet.

Wer permanent auf die Einnahme starker Medikamente angewiesen ist, sollte mit seinem Arzt besprechen, ob er seinen Führerschein im Alter besser abgeben solle.

Der Einzelfall entscheidet

Grundsätzlich muss kein Autofahrer ohne Grund seinen Führerschein abgeben. Im Alter können aber körperliche oder geistige Ausfallerscheinungen eine solche Entziehung rechtfertigen. Zweifelt die Behörde aufgrund eines Auffahrunfalls oder Ähnlichem die Fahreignung eines Rentners gemäß § 11 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) an, kann eine medizinische Untersuchung angeordnet werden. Dabei wird besonderes Augenmerkt auf diese Aspekte gelegt:

  • Sehvermögen
  • Hörfähigkeiten
  • psychische und nervliche Gesundheit

Werden in einem dieser Punkte Defizite festgestellt, muss der Betreffende unter Umständen seinen Führerschein im Alter abgeben. Der Gefahr, welcher sich nicht mehr fahrtüchtige Personen auf der Straße aussetzen, sind sie sich häufig nicht bewusst. Dabei kann ein körperlicher oder geistiger Mangel schnell zu Verstößen der Vorfahrt führen. Lenk-, Abbiege- oder Abstandsfehler treten teilweise vermehrt auf und münden im Ernstfall in einen Unfall.

Auch im hohen Alter noch sicher hinterm Steuer

Nehmen Sie regelmäßig Medikamente, fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie Ihren Führerschein im Alter abgeben sollten.
Nehmen Sie regelmäßig Medikamente, fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie Ihren Führerschein im Alter abgeben sollten.

Grundsätzlich sollte jeder Verkehrsteilnehmer, egal in welchem Alter, selbstkritisch sein und seine Fahrweise reflektieren. Geschehen vermehrt kleine Fehler und kritische Situationen, sollte der Betreffende erwägen, das Auto künftig stehen zu lassen oder gar aus eigenem Wunsch den Führerschein abzugeben. Hilfreich kann es auch sein, mit Freunden oder Verwandten eine Runde zu fahren und diese die eigene Fahrtüchtigkeit beurteilen zu lassen.

Einige Fahrschulen oder Institute wie der TÜV oder der ADAC bieten spezielle Kurse und Trainings für Senioren an. Dort finden Sie heraus, ob es besser wäre, wenn Sie Ihren Führerschein im Alter freiwillig abgeben, oder ob Sie noch problemlos selbst mit dem Auto fahren können.

Über technische Hilfsmittel wie Einparkhilfen oder ein Automatikgetriebe kann für mehr Fahrsicherheit gesorgt werden. Jedoch vermag es auch die raffinierteste Technik nicht, Konzentrations-, Orientierungs- oder Reaktionsprobleme auszugleichen.

Über den Autor

Murat Kilinc (Rechtsanwalt)
Murat Kilinc

Der Fachanwalt für Verkehrsrecht Murat Kilinc ist dank seines Expertenwissens dazu in der Lage, die Leser von bussgeldkatalog.org umfassend über Themen rund um den Verkehr - wie etwa das Verkehrszivilrecht sowie das Verkerhrsstrafrecht - aufzuklären. Sein Studium absolvierte er an der Universität Bremen. Sein Referendariat führte den heutigen Geschäftsführer der rightmart Verden Rechtsanwalts GmbH an das OLG Celle sowie in den Landgerichtsbezirk Verden.

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56 Kommentare

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  1. Mario S
    Am 19. August 2024 um 7:39

    Was mache ich denn, wenn ich mit 67 Fahruntauglich bin,
    aber bis 69 arbeiten Soll?
    Schon jetzt ist es anstrengend sich über 6h tagtäglich aufmerksam dem Verkehr zu widmen.
    Fahre ich mit 67 in den Gegenverkehr weil ich eingeschlafen bin,
    hat dann auch jeder Verständnis dafür,
    oder muss ich mich mit 67 arbeitslos melden?
    Ich bin im Außendienst und fahre 5000Km im Monat.

  2. Lange
    Am 30. Juli 2024 um 10:32

    Ja, es sollte mit steigendem Alter einen automatischen Entzug der Fahrerlaubnis geben. Viele alte Leute meinen sie können noch fahren ohne andere zu gefährden aber die Realität sieht anders aus.

  3. Silke
    Am 24. Juli 2024 um 12:06

    Es sollte nicht generell jeder „abgestempelt“ werden, dass er im hohen Alter kein Fahrzeug mehr sicher führen kann. Das ist bei jedem anders! Es sollte hier aber eine Regelung gefunden werden, damit diejenigen herausgefiltert werden, die sich selbst über- und falsch einschätzen. Gerade diejenigen, die hier so vehement das Fahren im hohen Alter verteidigen, sollten sich mal vor die Situation stellen, dass ihr Enkelkind von einer*m älteren Fahrer*in auf dem Fußgängerüberweg über- oder angefahren wird… (Situation gab es!) Dann wird spätestens nämlich wieder diskutiert. Nicht umsonst gibt es Führerscheinprüfungen und für LKW-Fahrer die Verfahren für die Verlängerung ihres LKW-Führerscheins. Wie gesagt – es sollen nicht alle über einen Kamm geschert werden, aber eine Regelung muss im Hinblick auf die Überalterung unserer Gesellschaft unbedingt her!

  4. Martin
    Am 11. Mai 2024 um 13:35

    Viele nette Kommentare über rechte und Diskriminierung, ist aber alles Unsinn.
    Die meisten alten Leute mit 80 und darüber sind nicht mal in der Lage im Zweifelsfall eine richtige Vollbremsung hinzulegen.
    Die ganze Gesetzeslage bisher stammt aus den 1940,50er Jahren wo die meisten nichtmal 80 geworden sind.
    Ich werde mir 80 spätestens meinen Lappen Abgeben wenn nicht sogar früher

  5. Alexandra
    Am 21. Februar 2024 um 2:48

    Man sollte Menschen niemals so einfach irgendwelche Rechte beschränken oder verweigern. Auch wer sich so schnell für den Entzug des Führerscheins für ältere Menschen einsetzt, sollte bedenken, dass er bald vor dem gleichen Problem stehen wird. Niemand sollte gezwungen werden, sich einer obligatorischen medizinischen Untersuchung zu unterziehen (Eugen und Gehör Untersuchung sollte empfolen sein)
    Ich fahre seit meinem 18. Lebensjahr unfallfrei und bin gerade 73 geworden. Den Einzigen Autounfall, den ich fast nicht überlebt hatte, wurde von einem jungen ausländischen Fahrer ohne Versicherung verursacht. Ich saß in dem Beifahrersitz.
    Das Fahrzeug gehörte ihm auch nicht. Ich musste ihn verklagen, aber da er ein Ausländer war, passierte ihm nichts. Der junge Mann hatte nicht aufgepasst, weil er eine SMS schreiben musste.

    In meinem Leben bin ich mehr als 2 Millionen km gefahren. Dass ich ein großes Auto (AUDI A8L) besitze, hat nichts mit meiner Fahrweise zu tun. Ich bin gerade von Kalifornien nach Florida gefahren. (ca. 3780 km).
    Schlechtes Wetter hat mich nie eingeschrekt. Ich fuhr bei allen Wetterbedingungen, sei es Schnee, Eis, extreme Hitze (45 °C+), Überschwemmungen und Hurrikan (hatte ein Motorboot). Bin über Bergpässe (Alpen) gefahren, wo ich früher Schneeketten brauchte. In meinem Alter habe ich viel mehr Fahrerfahrung als ein 30-Jähriger, der jeden Tag nur von zu Hause zur Arbeit oder vom Supermarkt zum Metzger fährt.

  6. Christian A
    Am 9. Januar 2024 um 12:37

    Mein Vater zeigt deutlich daß er nicht mehr sicher fahren kann und gesteht es sich nicht ein. An welche Stelle kann ich mich wenden, die dann eine Überprüfung macht ? Ich sehe hier eine massive Unfall Gefahr für andere. Er hatte schon einige kleine Blech und Auffahrunfälle

  7. Bärli
    Am 1. Dezember 2023 um 19:26

    Jeder, der seinen Führerschein abgibt, denkt von hier bis hier. In Deutschland ist es vom Gesetzgeber vorgeschrieben, dass Behindertenfahrzeuge, die schneller als 25 Km/h sind, einen Führerschein brauchen bzw. besitzen müssen. Wer seinen Führerschein abgibt, kann kein Behindertenfahrzeug fahren. Bis 25 km/h bis zu drei Rädern, unter 5 oder 7 km/h Rollstuhl erlaubt. 4-rädrige Behindertenfahrzeuge nur mit Führerschein. Auf dem Land bleibt nur die Frage, ob man hinter dem Ofen sitzen will und wartet bis man stirbt oder das Leben in weiter entfernten Ortschaften genießt.

  8. KaLeu
    Am 10. Oktober 2023 um 18:00

    Unerträgliche Diskussion. Mag sein dass die Fähigkeit ein Fahrzeug zu führen ab 80 nachlässt. Natürlich ist die alles besser- wissende und könnende Generation Z in erster Reihe dabei, mit der Forderung, weg mit den Alten von der Straße. Natürlich besitze ich mit 64 weniger Fahrpraxis als eine jüngere Person. Mit 18 bis aufwärts hat man ja schon 40 Jahre Erfahrung. Aber im Ernst, meine Beobachtung im Straßenverkehr geht mittlerweile dahin, dass mindestens 60 Prozent der Fahrer eine Nachprüfung machen sollten. Blinker am KFZ scheint es nur noch zum Aufpreis zu geben. Verkehrsregeln teilweise gibt es nicht. Was ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung ? Zumindest die ,,älteren“ Fahrer haben diese Dinge gelernt und halten sich, nicht immer, aber meistens daran.

  9. Hans
    Am 22. September 2023 um 16:37

    Ich bin 63 und Hochregal Staplerfahrer.
    Da benötige ich volle Konzentration. Ich bin voll fit in meinem Alter. Geistig wie körperlich.
    Ich gebe meinen Führerschein nie freiwillig ab. Ich habe den seit 43 Jahren und in dieser Zeit nur eine kleinen selbstverschuldeten Unfall. Da war ich jung. Junge Fahrer verursachen mehr Unfälle als ältere. Das sagt ja schon die Statistik.

  10. Nicole
    Am 6. Juni 2023 um 23:22

    Hallo

    Wo kann ich einen 86 jährigen Mann melden der ein Riesensuto fährt und 7 Unfälle im Jahr gebaut hat.
    Obwohl die Polizei meinen Schaden, verursacht von ihm, aufgenommen hat, ist von deren Seite nichts passiert. Danach folgten noch 6 Unfälle.
    Er ist beim ausparken rückwärts, im Parkhaus, rückwärts aus seinem Parkplatz rausgefahren, das er meinen komplette Rückseite getroffen hat. Felgen Reifen alles mitgenommen. Er wollte dann wegfahren, aber Gottseidank hat es eine Dame gesehen und auf mich gewartet. Ich bin ihr übrigens sehr dankbar dafür. Wir riefen dann die Polizei.

    Wieso DARF er noch weiter fahren?

  11. Horst
    Am 12. Mai 2023 um 17:08

    Was meinen Sie wieviel PROZENT auf der Autobahn Tempo 200 bis 300 kmh fahren. Eher nicht der 70 Järige fährt eher Gemütlich. Dann bitte 130 kmh reicht, Deutschland ist das einzige Land in der Welt wo Du schroten kannst bis zum Abwinken.

    • Er
      Am 22. Februar 2025 um 20:34

      90 Prozent aller Autobahnstrecken sind schon Tempogeregelt.
      Tempolimit Geschrei ist nur noch auf sich aufmerksam machen.

  12. Petra M
    Am 20. April 2023 um 13:23

    Wann baut ein alter Mensch einen schlimmen Unfall, außer das er mit ganz geringer Geschwindigkeit irgendwo mal einen Blechschaden hat? Ihn deshalb die Auflagen zu geben, eine Prüfung und einem Amtsarzt zu unterziehen , ist kontrolle bis in die persönlichkeit und auch Freiheitsberaubung. Ich kenne so viele alte Menschen , und wenn es nicht mehr geht, haben Sie freiwillig den Führerschein abgegeben. Ganz klares nein zum neuen Gesetzesentwurf.

    • Lennard
      Am 28. November 2024 um 17:18

      Vielleicht keine schlimmen, aber wenn die einen machen merken die das nicht mal!

      Letztens erst einen älteren Herren gesehen wie er ausgeparkt ist und einem Mini die komplette Heckschürze zerlegt hat. Er ist nicht mal angehalten um nachzugucken, einfach weiter gefahren (obwohl es laut geknirscht hat)!

  13. walter
    Am 24. März 2023 um 12:08

    Hallo, ich finde das nicht richtig dass man ältere Leute zum Test schicken sollte das wäre nicht gerecht, im Gegenteil die Unfälle sind Statistik bei Jungen ist viel viel höher dass wäre dringend notwendig bei jüngeren Verkehrsteilnehmern da die viel mehr tödlichen Unfällen verursachen und Unfälle insgesamt auch mit überhöhter Geschwindigkeit und auch rücksichtsloser im Verkehr sind, als die älterer Verkehrsteilnehmer

    • Rabe
      Am 7. Februar 2024 um 20:52

      Es gibt sicher ältere die nicht mehr fahren sollten und es trotzdem tun. Meist weil sie keine andere Möglichkeit haben von a nach bzu kommen.
      Im Normalfall sehe ich eher, dasein Unfall, denen Älterer verursacht immer aufs Alter geschoben wird, baut ein junger Mensch den gleichen Unfall – naja, das kann schon mal passieren..
      Entweder überprüft man alle regelmäßig und zwar ich nur gesundheitlich, sondern bitte auch Drogen oder keinen.
      Ich würde die Regelung toll finden: Wer mehr als 3 Unfälle in einem Jahr verursacht, wird überprüft. Egal wie alt, wie arm oder reich, wo er wohnt und welcher Nationalität er/ sie ist.

  14. Till
    Am 18. März 2023 um 18:26

    Jahrzehnte ging es ohne Kontrollen, übrigens waren sogar LKW-Führerscheine unbegrenzt gültig.
    Jetzt wo wir Fahrzeuge mit deutlich höherer Sicherheit haben, mit Abstandswarner, ABS, Einparkhilfe, Müdigkeitserkennung, Spurhalteassistent, etc. haben, da muß unbedingt gehandelt werden?
    Damit die Oma die paar Fahrten zum Supermarkt nicht mehr machen kann?
    Die Rentner haben eh nicht gerade die höchste statistische Relevanz in den Unfallstatistiken!
    Wie wäre es mit einem Nachtfahrtverbot für unter 30 Jährige, damit es weniger schwere Disco-Unfälle gibt?
    Nein, etwas mehr Gelassenheit – auch im Strßenverkehr – halte ich für die bessere Lösung.
    Übrigens auch die billigere, ich stelle mir gerade vor, wer all die Rentner versorgen soll, denen wir unbedingt die Mobilität nehmen wollen…
    …achja und wie war das mit der Solidarität mit den Alten?

    • M. Bender
      Am 28. Januar 2025 um 15:01

      Ich finde persönlich, dass Gesundheitschecks ,auf dass Alter ausgelegt sowie immer kürzerer Verlängerung/Erneuerung ,vom Führerschein eine
      Diskriminierung Darstellt, da es ja auch gleichzeitig Leute abseits auf dem Land lebend trifft, die dann noch nicht mal einen Moped oder Traktorschein,
      bis 50 km/h behalten dürfen, oder gesondert auf Lebenszeit wenigstens eine Nationale Bescheinigung dessen, ausgestellt bekommen ! Außerdem trifft es ja auch Leute,
      die im Gegensatz schon zu jüngeren, keine 3 Unfälle innerhalb 2 Jahre haben oder gar über 3 Punkte! Ganz im Gegenteil, Sie fahren oft über eine halbe Million
      km ,auch am Stück Unfallfrei bis locker 82 Jahre, was deutlich gesagt werden muss ! Da wäre ein Limit von 90 KM/ 25KW (Außer Landwirtschaft ) oder den Führerschein ,halt erst ab 23 Jahren ! Wäre dann im Gegenzug zu machen !!

    • Gerd Habenicht
      Am 22. Januar 2024 um 17:51

      Der Ansicht von Till stimme ich voll zu. Ich bin mitlererweile 75 Jahre alt, fahre fast täglich Auto und das auch für andere, die das gesundheitlich oder zeitlich nicht können. Dabei fahre ich nicht nur PKW sondern auch Kleintransporter, alles mit und ohne Hänger. Wenn ich das nicht mehr kann, werde ich meinen Führerschein abgeben wie es auch gesetzlich verlangt wird. Die Entscheidung diesbezüglich möchte ich nicht irgendwelchen Beamten überlassen die sich sehr oft durch totale Fachkenntnis auszeichnen.

  15. Michael
    Am 13. März 2023 um 15:14

    Mobilität und Freiheit im Alter

    Ich bin 66 Jahre alt und lebe auf dem Land in Niedersachsen mit nicht nutzbarem ÖPNV. Der Nachbarort (8 Km) und die Kreisstädte (je 18 km) mit Geschäften und Arzt sind aber mit dem Auto auf vielen ruhigen Wegen (mit geringem Verkehr) erreichbar. Ich fahre regelmäßig nach Nordfriesland zum Elterngrab, welches später auch meines werden wird. Den Elbtunnel und die A7 benutze ich dazu bereits seit meinem 40. Lebensjahr nicht mehr, weil ich den Verkehr in Hamburg wegen der vielen Baustellen hasse. Ich fahre entweder mit dem Zug, (der leider auch eine längere Fahrtstrecke zum Bahnhof mit dem Auto erfordert), oder bewusst mit dem Auto einen Umweg über die wenig befahrenen A 14, 24, A21 ff sowie Landstraßen.
    Die Fahrt verläuft ruhig, führt oft durch reizvolle Naturlandschaften und als Pensionär lasse ich mir Zeit. Jeder kommt mit dem Auto überall hin, kann dazu Landstraßen nutzen und muss nicht über die überfüllten und mit Baustellen übersäten Autobahnen brettern. Ich suche mir stets die beste Route aus. Wer die Ballungszentren mit dem Auto meidet, ist m. E. trotz oder gerade wegen des Alters nicht senil und ein potenzieller Unfallverursacher, sondern ein kluger und rücksichtsvoller Mitmensch, welcher seine jahrelange Lebenserfahrung auch im Straßenverkehr zu nutzen weiß.

    Ich werde meinen Führerschein nie freiwillig abgeben, denn er stellt für mich dasselbe dar, wie Abitur und Studienabschluss oder Laufbahnprüfung als Beamter. Rentner und Pensionäre müssen (wenigstens bisher) auch (noch) nicht das Abizeugnis oder ihre Meisterprüfung zurückgeben, wenn und weil sie in Rente gehen. Hier sehe ich einen Analogieschluss. Ich werde mir stets Alternativrouten suchen und wenn es nötig wird alternative Fahrzeuge nutzen, solange es möglich ist. Irgendwann entscheide ich selbst oder mein bettlägeriger Gesundheitszustand, dass ich für die Mobilität fremde Hilfe brauche.
    Die Abgabe des Führerscheins ist gerade bei einem an Demenz erkrankten Menschen kein Garant, dass sich dieser nicht in ein zufällig zur Verfügung stehendes Auto setzen wird, wenn es ihm in den Kopf kommt, mal wieder fahren zu wollen.
    Das Leben ist kein Ponyhof. Niemand ist gegen Unfälle und unvorhergesehene Ereignisse gefeit, davon können die armen Menschen in der Ukraine aktuell ein Lied singen.

    Pauschale turnusmäßige Fahrtauglichkeitsprüfungen für sämtliche Senioren einzuführen halte ich für Unfug. Sie führen nicht zu einem allgemeinen Unfallrückgang, sondern setzen die meisten älteren Menschen, die sich in der Regel schon ihre Alternativautorouten suchen um heil und gesund von A nach B zu kommen, nur unter zusätzlichen Prüfungsdruck. Das kann dazu führen, dass völlig gesunde und sich umsichtig defensiv bewegende Fahrer nicht (doppelte Verneinung beachten!) nicht mehr fahren dürfen, weil sie Dement sind, sondern weil sie Angst vor der Prüfungssituation bekommen. Ich kenne das aus meiner Jugend, von jeder Mathearbeit! Vom Bestehen dieser Prüfung, die jeden ab 70 Jahren treffen soll, hängt nämlich für den einzelnen sehr viel ab. Sich jederzeit von der eigenen Wohnung entfernen und dorthin fahren zu dürfen, wohin es einen zieht, gehört zu dem, was wir als Urform von Freiheit ansehen sollten. Es ist etwas, das Straftätern oft für längere Zeit verwehrt werden muss.
    Was stellen in diesem Zusammenhang Bürger ab 70 Jahren dar? Was haben sie sich zu Schulden kommen lassen, dass ihnen diese Freiheit genommen wird, indem man ihnen die individuelle Mobilität mit einem Fahrzeug verbietet?
    Muss so etwas sein? Ist das der Dank der Jugend an die ältere Generation, die ihnen durch ihre Arbeit erst Studium und Beruf ermöglicht hat? Wozu auch der Job in Brüssel gehören kann?

    Was geschieht mit den Millionen Menschen, die nach der Prüfung aussortiert und als senil abgestempelt von der Gesellschaft ausgegrenzt werden? In der Regel müssen Rentner von sehr geringen Renten leben. Sie werden ohnehin jetzt zusätzlich gezwungen, für noch nicht ausgereifte Heizungskonzepte wieder Kredite aufnehmen zu müssen, anstatt, wie eigentlich durch den Immobilienkauf beabsichtigt, kostenfrei in ihren abbezahlten Häusern friedlich alt werden zu können. Es gibt keinen flächendeckenden nutzbaren ÖPNV und es gibt in ländlichen Gegenden nur wenige Gemeinden, die bereit sind, die von ihren Bürgern einkassierten Steuergelder für kostenfreie Fahrdienste einzusetzen. Das ist Fakt und Realität. Die Grundsteuer wird demnächst sehr viel Geld in die Gemeindekassen spülen, davon könnte man einiges in Fahrdienste investieren.
    Mit dieser Prüfpflicht wird millionenfach doppelte, nämlich finanzielle und dank Fahrverbot auch soziale Altersarmut ab 70 nebst neuer Einsamkeit gefördert. Was bleibt einem im Alter denn noch?

    Wir werden alle alt. Hat nicht jeder Bürger nach einem erfüllten Arbeitsleben ein Recht darauf mit seiner Rente würdevoll zu Altern und so lange leben zu dürfen, wie Gott es vorgesehen hat?
    Die Innovationen der europäischen Industrie variieren inzwischen vom autonomen Fahren bis zu kleinen Autos mit geringen PS Zahlen, die nur 40 fahren können. Es gibt Rollstühle, die überdacht sind. Die Umstellung auf E- Mobilität wird gerade für Ältere finanziell schwierig genug. Die Autos kosten viel Geld und zuhause müssen Starkstromleitungen bis zur Garage für Wallboxen gelegt werden. Das überfordert nicht nur Senioren, gottseidank!
    Zu den Unfallzahlen: Es gibt (leider) etliche junge Leute, die mit ihrem E- Fahrrad und ihrem E-Scooter rücksichtslos über Straße und Bürgersteig fahren und jeden umnieten, der sich auf ihrem Weg befindet. Ich jedenfalls steige von meinem Scooter ab, wenn ich jemanden kommen sehe und ich fahre vorschriftsmäßig weder in der Fußgängerzone noch auf dem Gehweg, sondern auf der Straße, suche mir bewusst verkehrsberuhigte Nebenstrecken. Wenn sich jeder an die Straßenverkehrsordnung halten würde, gäbe es keine Unfälle mehr! Gesetze haben wir genug, sie müssen nur angewendet werden.
    Die wenigen Senioren, die schwere Unfälle mit tödlichem Ausgang verursachen, rechtfertigen nicht, alle anderen, die Zeit ihres Lebens gearbeitet haben und für die Industrie ein hohes Geldpotenzial darstellen vom öffentlichen Leben auszuschließen. Wer soll diese Tests bezahlen, beaufsichtigen und auswerten? Antwort: Natürlich Wir, d.h. auch die, die mit einem kleinen 40 Km/h schnellen E-Kleinwagen mit Fahrautomatik und autonomen Fahrcomputer noch bis ins hundertste Lebensjahr dazugehören könnten! So ein „Flitzer“ ist nichts anderes als ein überdachter E-Scooter.
    Für die Testauswertung wird möglicherweise gar kein Mensch mehr herangezogen, sondern eine künstliche Intelligenz. Der Kollege Computer entscheidet dann, ob jemand noch fahren kann. Frage: Was kommt im Anschluss?

    Anstatt sich Verbote auszudenken, wie man immer mehr Menschen diskriminieren und überwachen kann (so groß erscheint mir der Unterschied zu China inzwischen nicht mehr), sollte sich die EU die neuesten Innovationen der Automobilindustrie ansehen und sich auf gemeindeeigene zwischenmenschliche Hilfsprojekte fokussieren.
    Wer nicht mehr selbst mit einem Fahrzeug von seinem Grundstück herunterkommt, verliert seine Lebensqualität, er besitzt dann keine persönliche Freiheit mehr. Das zu verhindern sollte Aufgabe der Regierenden sein. Das Gefühl der Hilflosigkeit und wegen körperlicher und geistiger Gebrechen auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein, stellt sich früh genug ein. Den Menschen die eigenen vier Wände und die Teilhabe am öffentlichen Leben so lange wie möglich zu erhalten (dazu gehört der eigenständige Besuch der Krankengymnastik und des Arztes ebenso wie ein Essen im Restaurant oder der Einkauf im Supermarkt, Schwimmbadbesuch) ist ein Grundbedürfnis, welches wir uns allen zu gestehen sollten.
    Hier liegt der Arbeitsauftrag der vom Bürger gewählten Volksvertreter in den Mitgliedssaaten der EU und deren Gremien.
    Eines ist sicher: Auch die Herrschaften in Brüssel werden alt. Im Gegensatz zum Normalbürger haben sie allerdings dann Anspruch auf einen Dienstwagen mit Chauffeur und zumindest genug Geld (das sie von uns erhalten haben), um sich einen leisten zu können.
    Senioren stellen in Europa keine geringe Bevölkerungsgruppe dar. Das sind Menschen, die mit ihrer Lebensleistung zum Aufbau der EU maßgeblich beigetragen haben. Sie haben ein Recht auf Respektvollen Umgang und dürfen sich gegen zu viel Bevormundung wehren. Vor allem, wenn es technische Möglichkeiten gibt, die Mobilität eines jeden zu gewährleiten ohne die Allgemeinheit zu gefährden.
    Nicht gegeneinander, sondern Miteinander, heißt der Leitgedanke des Europäischen Staatenbundes.

    • Fischer
      Am 28. November 2023 um 14:34

      Diesem Bericht ist nichts hinzuzufügen. Trifft genau meine Meinung. Viele ältere Menschen können sehr wohl beurteilen ob sie noch fahrtüchtig sind oder nicht. Ich kenne viele die dann ihren Führerschein freiwillig abgegeben haben. Also lasst den Menschen noch das bisschen Freiheit und die Würde für sich selbst sorgen zu können. Nicht immer sind hilfsbereite Kinder oder Nachbarn zur Hand.

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