Wespe töten – Droht ein Bußgeld oder ist das erlaubt?
Veröffentlichungsdatum: 17. April 2018
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Wespen haben ein Imageproblem. Sie gelten als angriffslustig und sind der Stimmungskiller in jedem Biergarten. Aber auch am eigenen Haus oder im Garten sorgt ein Wespennest für Ärger. Gerade in der Sommerzeit, wenn viele Freizeitaktivitäten nach draußen verlagert werden, gelten Wespen als regelrechte Plage. Durch wildes Umherschlagen wird versucht die schwarz-gelben Störenfriede zu vertreiben und wenn das nicht hilft, werden sie mit härteren Mitteln bekämpft. Aber dürfen Sie eine Wespe töten ohne ein Bußgeld zu erhalten?
Stehen Wespen unter Artenschutz?
In Deutschland gibt es insgesamt über 10.000 Wespenarten, einige der Arten stehen auf einer sogenannten „roten Liste“, das heißt, sie gelten als besonders gefährdet und stehen unter Artenschutz. Aber nicht nur für gefährdete Wespenarten, sondern für wildlebende Tiere im Allgemeinen, gilt laut Gesetz Folgendes:
§ 39 I Ziffer 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG): Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten.
Bezogen auf Wespen lässt sich hieraus schließen, dass es theoretisch verboten ist, Wespennester zu entfernen, zu zerstören oder auszuräuchern. Da die Wespen dadurch beunruhigt, verletzt oder schlimmsten Falls getötet werden können. Gibt es aber berechtigte Gründe, weshalb ein Wespenbau umgesetzt werden muss, können Schädlingsbekämpfer/Kammerjäger oder Umweltschutzvereine oft helfen. Das kann z. B. der Fall sein, wenn etwa auf der Spielfläche eines Kindergartens eine Wespenhöhle gefunden wurde oder wenn Anwohner aufgrund von Wespenbefall ihr Haus nicht mehr betreten können.
Darf man Wespen töten?
Nein, ohne einen „vernünftigen Grund“ (§ 39 BNatSchG) dürfen Wespen nicht getötet werden. Einzige Ausnahme: Allergiker. Für diese Personengruppe besteht im Falle eines Wespenstichs mitunter Lebensgefahr. Hier muss daher eine Ausnahme gelten. Das heißt, wer auf Wespen allergisch ist, darf eine Wespe töten ohne ein Bußgeld zu bekommen. Denn bevor sich betroffene Personen selbst in Gefahr begeben, sollten sie die gelb-schwarzen Insekten besser unschädlich machen. Infos dazu, wie Sie Wespen vertreiben können, finden Sie in der News „Wespen vertreiben: Was ist erlaubt, was nicht?„.
Wenn Sie eine Wespe töten, kann das Bußgeld teuer werden

Wer sich nicht an die Vorschriften hält, die laut Gesetz gelten, wird entsprechend zur Kasse gebeten. Im Falle des Vernichtens von Wespen, kann dem Betroffenen laut Bußgeldkatalog ein Bußgeld zwischen 5.000 und 65.000 Euro in Rechnung gestellt werden. Die Bußgelder sind zwar im Bußgeldkatalog festgeschrieben, wie viel Geld Betroffene aber tatsächlich zahlen müssen, hängt immer auch vom Einzelfall ab und lässt sich somit nicht pauschal beantworten.
Wer im Biergarten eine Wespe tötet, muss daher nicht unbedingt damit rechnen, ein Bußgeld in Höhe von beispielsweise 5.000 Euro zahlen zu müssen. Die folgenden zwei Tabellen geben einen Überblick über mögliche Bußgelder in den verschiedenen Bundesländern Deutschlands.
Mögliche Bußgelder: Wespen töten
Hinweis: Bei diesen Bußgeldern handelt es sich um Maximal-Angaben. Für die tatsächliche Höhe ist der Einzelfall entscheidend. Es können daher auch niedrigere Bußgelder für das Töten von Wespen verhangen werden.
| Ohne vernünftigen Grund fangen, verletzen, oder töten | ||
|---|---|---|
| Bundesland | Bußgeld | Bußgeld (besonders geschützte Wespenart)* |
| Baden-Württemberg | Bis zu 15.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Bayern | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Berlin | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Brandenburg | Bis zu 13.000 € | Bis zu 65.000 € |
| Bremen | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Hamburg | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Hessen | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | Bis zu 20.000 € | Bis zu 20.000 € |
| Niedersachsen | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Nordrhein-Westfalen | Bis zu 50.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Rheinland-Pfalz | Bis zu 5.000 € | Bis zu 5.000 € |
| Saarland | Bis zu 10.000 € | Bis zu 10.000 € |
| Sachsen | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Sachsen-Anhalt | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Schleswig-Holstein | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Thüringen | Bis zu 50.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Ohne vernünftigen Grund Fortpflanzungs- oder Ruhestätte beschädigen oder zerstören | ||
| Bundesland | Bußgeld | Bußgeld (besonders geschützte Wespenart)* |
| Baden-Württemberg | Bis zu 15.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Bayern | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Berlin | Bis zu 50.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Brandenburg | Bis zu 13.000 € | Bis zu 65.000 € |
| Bremen | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Hamburg | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Hessen | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | Bis zu 20.000 € | Bis zu 20.000 € |
| Niedersachsen | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Nordrhein-Westfalen | Bis zu 50.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Rheinland-Pfalz | Bis zu 5.000 € | Bis zu 5.000 € |
| Saarland | Bis zu 10.000 € | Bis zu 10.000 € |
| Sachsen | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Sachsen-Anhalt | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Schleswig-Holstein | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
| Thüringen | Bis zu 5.000 € | Bis zu 50.000 € |
*Besonders geschützte Wespen sind z. B.: Kreiselwespen oder Knopfhornwespen.
In der folgenden Infografik finden Sie eine umfangreiche Übersicht zu:
✓ Wie lassen sich Wespen von Bienen, Hummeln und Hornissen voneinander unterscheiden?
✓ Welche Rolle spielen Wespen im Ökosystem?
✓ Wie können Sie sich vor Wespen schützen
✓ Dürfen Sie Wespen vertreiben?
✓ Welche Bußgelder drohen, wenn Sie eine Wespe töten?
Wespen töten: Wann das Bußgeld noch höher ausfallen kann
Werden Tiere oder Insekten getötet, die unter besonderem Schutz stehen, kann das Bußgeld mitunter deutlich höher ausfallen. Bei Wespen gilt dies insbesondere für alle heimischen Arten der Kreisel- und Knopfhornwespen. Wer diese Wespen tötet, kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro sanktioniert werden. Doch Achtung: Auch hier ist immer der Einzelfall zu betrachten. Dieser ist letztendlich entscheidend für die Bußgeldhöhe.


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Ich verstehe nicht, warum die Bußgeldhöhen so unterschiedlich in den einzelnen Bundesländern ist. Grundsätzlich bemisst sich die Höhe doch nach dem Bundesnaturschutzgesetz, also Bundesrecht oder liege ich falsch?
Meine Mutter lag im Pflegeheim letzten Sommer bei 35 Grad im Bett, die Fenster waren geöffnet. Ich besuchte die jeden Tag, und sie hatte an jedem Tag neue Wespenstiche. An ihrem Fenster außen war ein Wespennest. Man durfte es angeblich nicht entfernen und meine Mutter wurde weiterhin gestochen. Nach der 2. Woche nahm ich einen Besenstiel und entfernte das Nest. Ruhe war! Anscheinend ist es unten im Park gelandet und die Wespen haben fröhlich weitergelebt. Und meine Mutter war vor den Stichen sicher und konnte in dem Pflegeheim den Sommer bei geöffnetem Fenster und ohne Klimaanlage überleben!!
Geschichten ausm Paulaner Garten… Wenn in einem Pflegeheim ein Wespennest irgendwo angebracht ist, dann wartet man doch keine 2 Wochen… Da wird sofort ein Spezialist für das Umsiedeln kontaktiert.
Mein Fazit zum Thema Wespen !
ich liebe Wespen auf meinen Teller. Sie schmecken sehr gut und kann es weiter empfehlen. ABER Bienen schmecken deutlich besser weil, Sie necktar bei sich tragen obwohl ich allergisch bin macht es mir nicht aus.
Ich finde es ja sinnvoll, Wespen zu schützen, aber warum um Gottes Willen sollen wir denn tolerieren, dass sie Nester in unseren Häusern bauen?
Bei uns sind sie bspw. unterm Dach und haben Eingang in die Innenräume unterm Dach gefunden.
Ich habe wirklich kein Problem wenn Sie im Garten unterwegs sind und uns beim Mittagessen usw. besuchen, aber warum in aller Welt sollte ich mein eigenes Haus nicht davor nicht schützen dürfen?
Wenn man ein allergiker ist und von einer wespe,biene,hornisse (jegliche art) verfolgt wird darf man dann die gennanten insekten töten oder ist das dann illegal da ja sonst ein stich nicht ausgeschlossen ist,bleibt und evtl eine lebensgefährliche situation für allergiker entsteht
Wie ist es in Frankreich geregelt?
steht doch im Artikel, dass für Allergiker (bzgl. der drohenden Lebensgefahr) besondere Regelungen gelten.
Wer kann es nachweisen wenn die Wespe getötet wird? LMFAO dieses Land geht mit diesen Gesetzen den Bach runter.
Ich füttere seit 3 Jahren regelmäßig Wespen auf meinem Balkon, es sind in der Regel 40 – 50 Tiere. Sie warten jeden Morgen auf ihr Frühstück. Normalerweise habe ich sie bis Mitte/Ende November. In diesem Jahr ist der Herbst schon sehr kalt, aber sie haben ihre eigene Rotlichtlampe, unter der sie sich tagsüber aufhalten. Ich hatte noch nie Probleme und wurde noch nie gestochen. Die Tiere sind absolut friedlich, ich kann meinen Balkon voll nutzen. Bei meinen Nachbarn sind sie der absolute Hit, viele waren schon bei mir zu Besuch um die Wespen zu sehen. Ich liebe diese fleißigen Tierchen und bin überhaupt kein Freund von allgemeiner Panikmache. Auf meinem Balkon sind sie sicher und haben ein relativ langes Leben.
dann bist du kein allergiker und wahrscheinlich auch noch nie gestochen worden. denn sonst wüßtest du, wie lebensbedrohlich ein stich für allergiker sein kann.
Und genau wegen solchen Leuten wie du sind die Gerichte überlastet
Statt Wespen etc. einfach zu töten kann man sich fleischfressende Pflanzen besorgen. Die gibt es heutzutage in jedem Baumarkt mit Gartenartikeln. Meine Schlauchpflanzen fangen fleißig Beute. Wer also Probleme mit Insekten hat sollte sich diese biologischen „Killer“ zulegen. Einen kleinen Sonnentau oder eine Venusfliegenfalle oder ein Fettkraut gibt es etwa schon ab 5 Euro. Schlauchpflanzen kosten natürlich mehr da sie eine beträchtliche Größe erreichen können. In der Haltung ist es wichtig dass sie sehr viel Licht und Wasser (kein Leitungswasser, da Kalk!) erhalten. Man sollte am besten zu Regenwasser oder zu destilliertem Wasser greifen, Auch in jedem Gartenbaumarkt erhältlich. Einfach mal ausprobieren. Nebenbei: sie blühen auch sehr schön was sie auch für Bienen interessant macht. (Bienenschutz!)
Wir waren heute essen und wurden von einer Wespen armee überrannt. Gilt es als vernünftiger Grund sie dann zu töten? ??
Ich dachte immer, alle Vollpfosten sind auf Facebook unterwegs und jetzt finde ich euch hier ;-)
Ja, diese These kenne ich auch: Wespen, wenn sie auf einem rumkrabbeln, einfach machen lassen; die stechen nicht und fliegen irgendwann wieder von alleine weg.
Das Doofe daran ist nur, dass Wespen das selber nicht wissen.
Aus eigener Erfarhung muss ich daher sagen, dass, solange ich bei einer individuellen Wespe nicht erkennen kann, ob sie davon Kenntnis hat oder nicht, lasse ich es nicht wieder darauf ankommen.
Und ja, wegwischen mit der Hand: Wespen stechen übrigens auch im Flug.
Wenn ich eine Wespe erschlage weil sie meinen Hund stechen will soll ich 5000€ bezahlen? Was für ein Schwachsinn ist das denn?????
Es ist echt unglaublich.wenn man eine Wespe töte bekommt man ein bußgeld.wenn ein hundehasser einen hund an den Baum nagelt bekommt er eine Anzeige wegen sachbeschädigung.das ist echt krank
Danke, Ihr Kommentar hat mir den Tag schlagartig verbessert! Musst doch sehr lachen.
Was hier für ein Haufen unqualifizierte Kommentare zu finden sind.
Wespen die eine Daseinsberechtigung haben wie jedes andere Lebewesen, werden hier mit Dreck auf eine Stufe gestellt. Ich mag sie auch nicht, aber ich würde mir niemals erlauben über ihr Leben zu entscheiden. Warum auch. Das nennt man im Übrigen „Intelligenz“. Schonmal davon gehört?
Ich würde einigen Vorrednern mal raten das Gehirn einzusetzen und drüber nachzudenken, was für ein eigener Unsinn abgelassen wurde.
Es KANN keine Meinung oder Diskussionen dazu geben ob Tiere leben dürfen, oder nicht. Das ist moralisch absolut abstrus! Basta! Das gilt für alle Tiere.
Nebenbei: Das Wort „Schädlinge“ darf es genauso nicht geben wie „Unkraut“. Sowas gibt es nicht.
Die Leute die hier Nester eigenmächtig zerstören, den wünsche ich nicht nur ein fettes Bußgeld, ich würde sagen, direkt hinter Gitter.
Allen Tierhassern würde ich empfehlen auf den den Mond mit der den Mars zu ziehen. Da stört kein anderes Lebewesen das eigene Ego.
Hier eine qualifizierte Antwort:
Ich stimme dir zu, dass alle Tiere ein lebensberechtigung haben allerdings ist unsere Zivilisation schon seit Menschengedenken ein leben und leben lassen. Und dieses System funktioniert wenn keiner dem anderen schadet. Jedoch sind Wespen mit einem giftigen Stachel im Anus zur Selbverteidugung geboren. Dieser Stachel wäre natürlich kein Problem, wenn Wespen intelligent wären und diesen nicht aus unerfindlichen Gründen benutzen würden.
Viele Menschen sind außerdem allergisch gegen Insektenstiche, wollst du diesen auch verbieten sich selber zu verteidigen?Daher würde ich sagen das sich entweder keiner selbst verteidigen darf oder es beiden erlaubt ist.Im Übrigen fände ich es sehr angenehm wenn sie aufhören würden fremde Menschen die sie nicht kennen als dumm und unqualifiziert zu bezeichnen, da das ihre eigene Nachricht als unsachlich erscheinen lässt.
Vielen Dank für ihr Verständnis
Lg Quesi