THC nachweisen: Cannabis in Blut, Speichel, Haar & Urin
Letzte Aktualisierung am: 8. Oktober 2025
Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten
THC: Lange Nachweisbarkeit für kurzen Rausch

Wenn ein Joint für zwei bis vier Stunden seinen entspannten Rauschteppich über den Konsumenten legt, sind Übelkeiten, Schmerzen und Krämpfe wie weggeblasen. Was jedoch länger anhält als die Wirkung von Cannabis ist dessen Wirkstoff THC.
Die Nachweisbarkeit von THC liegt nämlich über der Wirkungsdauer. Das heißt, dass der Drogenkonsum auch noch dann nachweisbar ist, wenn der Konsument glaubt, längst wieder seine Nüchternheit zurückerlangt zu haben.
Gerade im Straßenverkehr kann diese zeitliche Verzögerung gefährlich werden. Der folgende Ratgeber enthält alles Wissenswerte über Hanf bzw. THC und dessen Nachweisbarkeit und klärt unter anderem die Fragen, wie lange THC im Urin nachweisbar ist und wie sich Cannabis im Blut auswirkt.
Inhaltsverzeichnis:
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FAQ: THC
THC ist die Abkürzung für Tetrahydrocannabinol. Dabei handelt es sich um eine psychoaktive Wirksubstanz der Cannabis-Pflanze.
Ja. Auch wenn Sie das Gefühl haben, die Wirkung des THC sei verflogen, kann es noch in Speichel, Urin, Blut und Haaren nachgewiesen werden. Wie lange das der Fall ist, erfahren Sie hier.
In erster Linie hängt das von der Häufigkeit Ihres Konsums ab. Auch wie viel Zeit zwischen dem Konsum und dem Drogentest liegt, ist ein beeinflussender Faktor. Wie schnell der Körper das THC abbaut, ist allerdings von Person zu Person verschieden.
Übersicht: Nachweisbarkeit von THC bzw. THC-COOH
| Nachweisbarkeit von THC bzw. THC-COOH in: | einmaliger Konsum | gelegentlicher Konsum | regelmäßiger Konsum |
|---|---|---|---|
| Speichel | weniger als 24 Stunden | weniger als 24 Stunden | weniger als 24 Stunden |
| Urin | 2 bis 3 Tage (THC-COOH) | 2 bis 4 Tage (THC-COOH) | 5 bis 14 Tage (THC-COOH); bei chronischem Missbrauch auch 2 Wochen bis 3 Monate |
| Blut | 6 bis 24 Stunden (THC) 2 bis 3 Tage (THC-COOH) | mehr als 24 Stunden (THC) | mehrere Tage (THC-COOH) |
| Haare | abhängig von der Haarlänge | abhängig von der Haarlänge | abhängig von der Haarlänge |
THC-Nachweisbarkeit: Langzeitnachweis vs. Kurzzeitwirkung

Beim Konsum von Cannabis muss man zwischen Wirkungsdauer der Droge und der THC-Nachweisbarkeit unterscheiden. Der Rausch ist in der Regel nach zwei bis vier Stunden verflogen, Cannabis ist im menschlichen Organismus deutlich länger nachweisbar.
Die Schlüsselposition sowohl für die Wirkung als auch für die Nachweisbarkeit von Cannabis ist der Hauptwirkstoff Tetrahydrocannabinol, kurz THC. Im Körper entsteht dann durch den Stoffwechsel das unwirksame Abbauprodukt THC-Carbonsäure (THC-COOH).
Die Ursache dafür, dass THC eine ausgeprägte Nachweisbarkeit besitzt, liegt in der fettlöslichen Eigenschaft. THC lagert sich so an den Fettzellen an und wird im Körperfett gespeichert. Es löst sich nur schwer in wässrigen Flüssigkeiten wie dem Blut auf und wird daher nur allmählich ausgeschieden.
Um bei einem Verdacht auf Konsum von THC einen Nachweis zu erhalten, muss bei einer Analyse gezielt im Urin, Blut oder Schweiß nach dem Wirkstoff gesucht werden. Bei einer ärztlichen Routineuntersuchung wie einem Blutbild oder einem Urintest wird THC nicht automatisch mitbestimmt. Notwendig ist also ein gesonderter Drogentest.
Bei einem solchen Drogentest kann Cannabis im Blut in Form von aktivem THC zwölf bis 72 Stunden nachgewiesen werden. Betrachtet man THC-COOH besitzt Marihuana eine höhere Nachweisbarkeit im Blut. Sie reicht von maximal sieben Tagen bei einmaligem Konsum über eine Woche bei gelegentlicher Einnahme bis hin zu einem Monat bei regelmäßigem Konsum.
Das Abbauprodukt von THC ist im Urin ebenfalls nachweisbar. Hier erstreckt sich für Cannabis der Nachweis zwischen drei Tagen (Einmalkonsum) und zwölf Wochen (regelmäßige Cannabisaufnahme).
Allerdings können die Abbauzeiten individuell sehr stark variieren. Grundsätzlich bestimmen verschiedene Faktoren beim THC die Nachweisbarkeit. Sehen Sie hier, welche Kriterien die Dauer beeinflussen:
- konsumierte Cannabismenge
- Häufigkeit des Konsums
- zeitlicher Abstand zwischen Aufnahme und Drogentest für THC
- Nachweisgrenzen des Testverfahrens (Cut-off-Werte)
- individueller THC-Abbau im Körper
- allgemeine gesundheitliche Verfassung
Wie lang ist THC im Blut nachweisbar?

Abhängig davon, wie stark ein Joint dosiert ist, kann für THC die Nachweisbarkeit im Blut schwanken. Als Faustregel ist aber von sechs bis 24 Stunden auszugehen. Für Cannabis kann die Nachweisbarkeit in Ausnahmefällen aber auch 72 Stunden betragen, nämlich, wenn das Abbauprodukt THC-COOH im Blut untersucht wird.
Im Gegensatz zum THC besitzt THC-COOH eine größere Eliminationshalbwertszeit. Das bedeutet, dass das Stoffwechselprodukt langsamer aus dem Blut ausgeschieden wird als die Hauptsubstanz THC.
Das Stollwechselprodukt THC-COOH ist in der Regel zwei bis drei Tage im Blut vorhanden. Bei regelmäßigem Konsum erstreckt sich im Bluttest die Nachweisbarkeit der Carbonsäure auf drei bis sieben Tage. Ein regelmäßiger Marihuana- oder Haschischkonsum lässt sich mehrere Wochen im Blut ermitteln.
Direkt nach dem Rauchen einer einzigen Haschischzigarette würde ein THC-Drogentest bereits positiv ausschlagen, da das THC im Blutplasma binnen weniger Minuten auf Werte zwischen 100 und 300 Nanogramm pro Milliliter ansteigt. Doch genauso schnell erfolgt auch der Sinkflug der Konzentration. In wenigen Stunden sind so meist nur noch 15 Nanogramm pro Milliliter nachweisbar.
Wie lang ist THC im Urin nachweisbar?
THC per Urintest zu ermitteln ist insbesondere bei Verkehrskontrollen eine praktische Methode. Denn so kann THC in diesem Schnelltest nachgewiesen oder auch ausgeschlossen werden. Eine Blutuntersuchung ist demgegenüber immer aufwändiger, da diesen invasiven Eingriff nur ein Arzt durchführen darf.
Im Prinzip ist THC im Urin nachweisbar, allerdings wird es hauptsächlich in Form von THC-COOH ausgeschieden, weshalb die Carbonsäure konsumierten Cannabis bei einem Urintest anzeigt.
Bei einmaligem Konsum zeigt ein THC-Teststreifen nach drei bis fünf Tagen ein positives Ergebnis an. Greift der Betreffende gewohnheitsmäßig zum Joint, kann eine Urinprobe für THC einen Drogenkonsum bis zu zwölf Wochen nachweisen.
Ein Urintest für Cannabis ist nicht dazu geeignet, aktuellen Drogeneinfluss nachzuweisen. Er dient nur der THC-Nachweisbarkeit für die vergangenen Tage und Wochen. Nur ein Bluttest kann Auskunft darüber geben, ob der Proband im Moment der Probeentnahme unter einer berauschenden Wirkung steht.
Die Bedeutung der THC-Nachweisbarkeit im Verkehrswesen

Gerade im Verkehrswesen spielen THC und seine Nachweisbarkeit eine wichtige Rolle. Während Hanf durchaus als Arzneimittel Anwendung findet, werden Drogenfahrten streng geahndet und ziehen üblicherweise hohe Geldbußen, oftmals Fahrverbote und manchmal die Forderung zur Teilnahme an einer MPU nach sich.
Während es für Alkohol am Steuer feste Grenzwerte für die Sanktionierung gibt (0,5 Promille), existieren solche Grenzen im Bereich von Drogen nicht. Die Rechtsprechung lehnt hier eine Festlegung ab.
Allerdings hat das Bundesverfassungsgericht in einer Entscheidung 2004 darauf verwiesen, dass ein gewisser Wirkstoffnachweis erforderlich ist, um als Fahrer unter einer Wirkung des Betäubungsmittels zu stehen und so eine Verkehrsordnungswidrigkeit zu begehen.
Dieses Urteil bezog sich auf eine Fahrt unter Einfluss von THC. Dessen Nachweisbarkeit soll sich nun an den Werten orientieren, die die Grenzwertkommission für Wirkstoffnachweise der einzelnen Substanzen aufgestellt hat. Danach soll THC erst ab 1 ng/ml im Blut eine sanktionierbare Wirkung entfalten.
Bei Polizeikontrollen sind Drogenschnelltests üblich, um das Vorhandensein von Betäubungsmitteln im Organismus des Betreffenden nachzuweisen. Diese schlagen bis zu zwölf Stunden nach dem letzten Konsum positiv aus.
Die Mitwirkung an einem solchen Cannabistest im Rahmen einer Verkehrskontrolle ist nicht verpflichtend. Einer Blutabnahme zur Drogenermittlung kann sich der Betreffende nicht entziehen.
Ist ein Verkehrsteilnehmer bereits einmal unter Drogeneinfluss erwischt worden, findet zumeist eine Überprüfung der Fahreignung durch die Führerscheinstelle statt. Dafür müssen mehrere Monate Tests absolviert werden, die den Probanden auf THC prüfen. Die Kosten dafür trägt die Testperson selbst.
Da THC eine hohe Nachweisbarkeit besitzt, sollte der Betreffende in diesem Zeitraum gänzlich auf Cannabis und jegliche Produkte mit Hanf verzichten, um eine totale Drogenabstinenz zu erreichen und nicht Gefahr zu laufen, bei einem Negativgutachten seinen Führerschein zu verlieren.
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Hallo, ich wurde zu Fuß von der Polizei kontrolliert.
Diese haben ca. O,5 g cannabis gefunden.
Es wurden keinerlei Tests durchgeführt; weder urintest noch blutprobe.
welche Konsequenzen kann dieses auf den Führerschein haben?
Mit freundlichen Grüßen
Hallo Knut,
bei 0,5 Gramm wird vermutlich nichts weiter passieren. In der Regel werden solche Mengen nicht zur Anzeige gebracht. Folglich gibt es keine Verurteilung und die Führerscheinbehörde hat keine Grundlage, eine Maßnahme zu verhängen.
Die Redaktion von bussgeldkatalog.org
Vielen dank für die Antwort.
Zudem habe ich mir auch ein Test in der Apotheke gekauft und dieser ist negativ ausgefallen, da ich damit nichts mehr zu tuhn haben möchte und jeglichen Konsum eingestellt habe und dies auch nicht nochmal probieren werde
mit freundlichen Grüßen.
Führerscheinneuerteilung beantragt Anfang Juni 2017 nach Alkoholfahrt Juni 2015 mit 9 Monate Sperrfrist . Wert 1,79 — Verbindung von Restalkohol mit Neuem, plus mögl. Medikamentenwechselwirkung(Antidepressiva hochdosiert, Ibuprofen hochdosiert, ASS) sowie körperliche Aspekte inform von geringer Größe/Gewicht(154cm/52kg)
Muß natürlich zur MPU, warte auf Termin, bin seit 8 Monaten abstinent. Frage: MPU Anfang 2013 erfolgt nach THC Konsum August 2011, Führerschein wurde wieder erteilt— muß ich nun damit rechnen, dass bei dieser anstehenden MPU auch ein Abstinenznachweis für Drogen/THC verlangt wird? Danke
Hallo Jack,
das ist im Rahmen des möglichen. Sie sollten Sie darauf einstellen.
Die Redaktion von bussgeldkatalog.org
Guten Tag,
wird mir der Führerschein aufgrund eines positiven Ergebnisses auf das Abbauprodukt von THC oder aufgrund eines positiven Ergebnisses auf den aktiven Wert auf THC entzogen?
Wenn mir also nur der passive THC Wert (Abbauprodukt) nachgewiesen wird, aber nicht der aktive, dann wird mir der Führerschein nicht entzogen? Können deswegen trotzdem Kosten auf mich zu kommen?
Also welcher THC Wert ist relevant, um mir den Führerschein zu entziehen?
Hallo Fritz,
beide Werte können zum Führerscheinentzug führen.
Die Redaktion von bussgeldkatalog.org
Das heißt also, wenn ich zuerst einen Urintest mache und der positiv auf das Abbauprodukt von THC ist und danach zu einem Bluttest gezwungen werde, der negativ auf den aktiven THC Wert ist, wird mir der Führerschein trotzdem entzogen?
Hallo Fritz,
so ist es.
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Habe mal eine Frage und zwar kam ich Mitte März in eine Verkehrskontrolle musste eine Urinprobe abgeben diese war positiv und daraufhin musste ich Blut abnehmen lassen. Es wurde auch was in meinem Auto gefunden waren ungefähr 0.3 Gramm Marihuana. Warte seit dem Tag auf meine Blutwerte bzw auf eine generelle Antwort wie es weitergeht. Bin dauerkonsument gewesen bis zu diesem Tag. Frage mich ob es alles schlimmer gemacht hat weil etwas bei mir gefunden wurde oder ob das nichts zur Sache tut? Kann es sein das es vielleicht nur ein halbes Jahr Fahrverbot gibt oder direkt ein ganzes Jahr mit mpu?
Danke im voraus. Lg
Hallo JB,
ein Anwalt für Verkehrsrecht kann Sie kompetent beraten.
Die Redaktion von bussgeldkatalog.org
Hallo Daniel,
wenn Ihnen Drogenkonsum nachgewiesen werden kann, besteht die Möglichkeit, den Führerschein zu entziehen. Wenn Sie aber seit dem Urlaub nicht mehr konsumieren und vorher nicht regelmäßig Cannabis geraucht haben, sollte dies je nach Ihrer körperlichen Verfassung bald nicht mehr nachweisbar sein.
Die Redaktion von bussgeldkatalog.org
Hallo Tamara,
da hierbei viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, lässt sich die Frage nach dem Wert nur schwer beantworten. Beim ersten Drogenverstoß in Deutschland drohen in der Regel ein Bußgeld von 500 Euro, 2 Punkte in Flensburg sowie ein einmonatiges Fahrverbot.
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Hallo Enes,
wie lange sich die entsprechenden Stoffe im Körper nachweisen lassen, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Aus diesem Grund können wir keine pauschale Antwort liefern.
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Hallo Kalle,
THC ist im Urin bis zu zwölf Wochen lang nachweisbar.
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Hallo Sandra,
im Blut kann THC in der Regel zwölf bis 24 Stunden nachgewiesen werden. Das Abbauprodukt THC-COOH ist bei einmaligem Konsum etwa sieben Tage nachweisbar.
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