Unfall mit Winterreifen im Sommer – Was droht Ihnen?
Letzte Aktualisierung am: 14. Oktober 2025
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Müssen Sie Ihre Reifen jahreszeitbedingt zwingend anpassen?
Die richtige Bereifung ist nicht nur für das Fahrgefühl entscheidend, sondern auch aus Gründen der Sicherheit essentiell. Im Sommer herrschen mit Sonne und hohen Temperaturen schließlich ganz andere Witterungsbedingungen als in der nasskalten Jahreszeit, in der bisweilen Schnee fällt und das Fahren zur Rutschpartie werden kann.
Deshalb gibt es Winter- und Sommerreifen, die rechtzeitig gewechselt werden sollten, um sicher unterwegs zu sein. Doch was passiert, wenn Sie mit Ihrem Auto einen Unfall verursachen und es sind im Sommer noch die Winterreifen montiert?
Werden Sie hierfür in Deutschland besonders belangt? Gibt es eine Pflicht, in bestimmten Monaten nur mit der einen oder anderen Reifenart zu fahren? Wir erläutern es im nachfolgenden Artikel.
Inhaltsverzeichnis:
FAQ: Mit Winterreifen im Sommer einen Unfall verursacht
Nein, Winterreifen dürfen zwar im Sommer benutzt werde, ratsam ist das jedoch nicht.
Die Eigenschaften eines Winterreifens sind auf die kalte Jahreszeit abgestimmt. Im Sommer reagieren die Reifen ganz anders: Bei höheren Temperaturen verformt sich das Material und wird instabil. Es verändert das Fahrverhalten – vor allem in Kurven – und kann dadurch zum Unfallrisiko werden. Außerdem ist der Bremsweg mit Winterreifen im Sommer deutlich länger.
Ihm kann zumindest ein Mitverschulden zur Last gelegt werden, mit der Folge, dass die Versicherung sich weigert, (vollständig) zu zahlen.
Warum es Sommer- und Winterreifen gibt
Oberste Prioritäten im Straßenverkehr sind die gegenseitige Rücksichtnahme und, dass niemand gefährdet oder verletzt wird. Das Fahrverhalten eines Fahrzeuges wird maßgeblich von den montierten Reifen bestimmt, da sie die Verbindung von der Karosserie zur Straße darstellen. Von ihnen hängt unter anderem ab, wie lang der Bremsweg ausfällt.
Schon aus finanziellen und sicherheitsrelevanten Aspekten ist es daher ratsam, die Bereifung saisonabhängig anzupassen. Doch gibt es hierzu auch eine gesetzliche Pflicht? Kfz-Fahrer sind in Deutschland nicht gesetzlich dazu verpflichtet, im Sommer Sommerreifen aufzuziehen, um gut voranzukommen.
Haften Sie bei einem Unfall mit Winterreifen im Sommer?
Es wird jedoch empfohlen, folgende Regel zu berücksichtigen: Von Oktober bis Ostern fahren Sie mit speziellen, an die kalte Jahreszeit angepassten Reifen besser.

Wer schlichtweg vergisst, die Bereifung den Temperaturen anzupassen, kann sich schnell in einen Unfall mit Winterreifen im Sommer verwickelt sehen, denn: Winterreifen verformen sich aufgrund ihrer Zusammensetzung sehr viel schneller.
Diese geringere Formstabilität führt unter anderem dazu, dass sich im Laufe der Zeit mehr Material vom Pneu löst und das Profil abreibt, sodass die Mindestprofiltiefe schnell nicht mehr vorliegt. Kommt es noch zusätzlich zu einem kleinen Regenschauer, gerät ein solches Fahrzeug schnell ins Schlingern und wird damit unkontrollierbar. Ein Zusammenstoß kann unter diesen Umständen häufig nicht vermieden werden.
Bauen Sie mit Winterreifen im Sommer einen Unfall, gefährden Sie so mitunter nicht nur Ihr eigenes Leben und das Ihrer Mitfahrer, sondern auch das von Fußgängern, Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern.
Darüber hinaus müssen Sie sich auch mit Ihrer Versicherung herumschlagen, denn diese kann sich aufgrund der nicht an den Tag gelegten notwendigen Vorsicht beim Reifenwechsel weigern zu zahlen. Schließlich kann Ihnen gegebenenfalls grobe Fahrlässigkeit zur Last gelegt werden und sich die Versicherung deshalb aus der Übernahme der Kosten herauswinden.
Grund hierfür ist der längere Bremsweg. Treten Sie auf die Bremse, kommen Sie mit Winterreifen im Sommer erst später zum absoluten Stillstand als mit den passenden Sommerreifen.


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@Joe: richtig. alles richtig.
der Bericht ist einfach nur meinungsmache.
Zitat: „…Diese geringere Formstabilität führt unter anderem dazu, dass sich im Laufe der Zeit mehr Material vom Pneu löst und das Profil abreibt, sodass die Mindestprofiltiefe schnell nicht mehr vorliegt. Kommt es noch zusätzlich zu einem kleinen Regenschauer, gerät ein solches Fahrzeug schnell ins Schlingern und wird damit unkontrollierbar. Ein Zusammenstoß kann unter diesen Umständen häufig nicht vermieden werden….“
logisch! weniger Profil == höheres Risiko.
das hat aber nun überhaupt nichts damit zu tun, ob es Sommer oder Winterreifen sind.
Bremsweg bei Winterreifen:
Zitat: „…bussgeldkatalog.org sagt:
22. Mai 2018 um 10:57 Uhr
Hallo Cris,
aus Reifentests von Autoclubs geht hervor, dass der Bremsweg mit Winterreifen im Sommer sich bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h um mehr als 20 Meter verdoppelt kann.
Die Redaktion von bussgeldkatalog.org
…“
das erschließt sich mir nicht. Winterreifen haben eine weichere Gummi Mischung. Haften also besser auf der Straße. siehe auch Formel 1. sollten also auch einen kürzeren Bremsweg haben. oder zumindest gleich gut sein.
ich fahre das ganze jahr mit Winterreifen und habe keine angst … ;o)
Das ist doch alles Mumpitz. Wenn ich also im März bei 20° C einen Unfall mit Winterreifen habe dann ist das fahrlässig weil sich der Bremsweg verlängert?
Also um es kurz zu fassen, – nein es gibt dazu kein richtungsweisendes Urteil.
@ Tom: „Und das einfach nur weil man keinen Bock auf Reifenwechsel oder Ganzjahresbereifung hat?“
Was nun – Sommerreifen oder Ganzjahresreifen.
Ganzjahresreifen sind laut ADAC im Winter deutlich schlechter als Winterreifen. Also Problem vom Sommer nur in den Winter verschoben. Und im Sommer sind sie oft auch nicht viel besser als Winterreifen.
Siehe:
adac.de/rund-ums-fahrzeug/tests/ganzjahresreifen-test/
Sommerreifen sind durch die idiotische Gesetzgebung nicht möglich. Wenn Du z.B. übers Fichtelgebirge im Sommer fährst ist es normalerweise immer schön warm – und spätestens wenn Du danach etwas nördlicher oder südlicher fährst wird es richtig heiss. Aber es gibt eben immer wieder mal Sommer wo es im Fichtelgebrige im August plötzlich schneit. Also gibt es für rechtlich legale Fahrten nur die Optionen Ganzjahresreifen oder Winterreifen. Ansonsten verstößt man eindeutig gegen das Gesetzt – und dann hat man mit absoluter Sicherheit im Falle eines Unfalls schlechte Karten. Ohne Unfall das Risiko eines Busgeldes.
Hier hat es der Gesetztgeber einfach an jeglichen Augenmaß fehlen lassen. Eine vernünftige Gesetztgebung wäre gewesen, „wer in den Monaten Oktober bis April nicht mit entsprechenden Reifen bei Schnee, Eis….. fährt, verstößt gegen die ….“.
Mit so einer Gesetztgebung könnte man im Sommer mit Sommerreifen fahren und wüßte, dass man in einem gewissen Zeitraum bei Schnee mit Winterreifen fahren muss. Und in den Übergangszeiten würden die Leute bei längeren Winter eben die Winterreifen länger drauf lassen und bei früher einsetzten Schnee eher drauf packen.
@ Busgeldkatalog:
Angesichts der Tatsache, dass Ganzjahresreifen quasi sehr häufig die schlechten Eigenschaften der Sommer- und Winterreifen geerbt haben, frage ich mich ob eine Versicherung nicht auch behaupten könnte, bei Ganzjahresreifen zahlt sie nicht.
Hallo, Sicherheit geht vor!
Ich wechsle alle 14 Tage meine Pneus und nehme dabei immer nur den Testsieger in Sachen Bremsweg.
Fällt den Sicherheitsfreaks etwas auf?
Wenn ihr einen Autounfall vermeiden wollt, dann bleibt auf dem Sofa hocken!
Bei jeder Fahrt geht ihr ein Risiko ein. Wie hoch das Risiko ist, ist von sehr vielen Faktoren abhängig. Die Reifen sind nur ein Teil davon.
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe ist (meines Wissens) 1,6 mm. Wenn irgendein Hans-Wurst 4 mm für Winterreifen vorschlägt, mag das besser sein, wenn es mal richtig Schnee hat. Ich sehe schon ein, dass 1,6 mm knackig ist, wenns mal richtig Shnee hat. Aber was, wenn ein Franz-Wurst 5 mm als Mindestprofiltiefe empfiehlt (was mit Sichereit noch sicherer ist)? Soll ich dem dann glauben oder vielleicht zur Sicherheit noch 1 mm draufpacken? (Vorsicht! Mein neuer Winterreifen hatte nur 8 mm!). Oder soll ich nach einem Reifen mit neu 10 mm suchen?
Zu meiner Kindheit gab es noch Spikes-Reifen als ganz normale Winterreifen. Die waren klasse in punkto Sierheit und haben auch prima lange gehalten.
Die Spikes-Reifen hat man dann aber verboten, weil die Straßen dadurch schneller kaputtgegangen sind. Die Sicherheit stand bei dem Verbot nicht so sehr im Vordergrund.
Genauso muss man das mit einer übertriebenen Mindestprofiltiefe sehen. Man muss einfach abwägen, wie weltweiter Reifenmüll und persönliche Sicherheit bei jedem Wetter im Verhältnis stehen.
Besser, ich lasse mein Auto an zwei Schneetagen im März stehen und fahre die alten Winterreifen im Sommer noch runter.
So oder so muss ich auch im Sommer meine Fahrweise an die Reifen anpassen. Mit 3 mm Winterreifen kann ich vermutlich mindestens genausogut durch eine Pfütze oder Spurrillen fahren, als wenn ich die besten Sommerreifen mit 2 mm Restprofil habe.
Wichtig ist: vorsichtig fahren, wenn’s geht mal Bremstest machen um zu sehen was Sache ist, wenn’s sein soll mal 2 Stunden später fahren oder mal ganz zuhause bleiben.
Moin.
Mal unabhängig davon was Versicherungen im Schadensfall wirklich tun werden….
wenn sich ein Unfall ereignet, der durch die angemessene Bereifung eindeutig hätte verhindert werden können…,
und man hat durch eben diesen Unfall jemanden irreparabel geschädigt,
dann wird euch dieses Wissen den Rest des Lebens begleiten.
Und den Geschädigten erst recht.
Und das einfach nur weil man keinen Bock auf Reifenwechsel oder Ganzjahresbereifung hat?
Reifensuche fürs Motorrad ist noch deutlich schwieriger, da es so gut wie kaum Reifenmodelle für den Winter gibt.
Und hier sorgen bereits 3Grad Temperaturunterschied dafür, ob sich der Reifen quasi wegrubbelt oder Grip hat.
Dagegen ist die Autosocke Spaßkram.
Sorry, da fehlt mir das Verständnis.
Regards
Wer sagt überhaupt was ein Winterreifen ist oder nicht? Ganzjahresreifen müssen ja jetzt dei M&S und das Schneeflockesymbol haben. Wo besteht dann noch der Unterschied? Somit könnte es auch ein Ganzjahresreifen sein.
Immer bedenken: es dient der der Sicherheit stets mit der richtigen Bereifung zu fahren. Es geht schließlich auch um die eigene Gesundheit.
Es kommt vor das man bei 14 Grad losfährt und dann durch einen Wettersturz auf 5 Grad mit der Temperatur abstürzt. Muss ich dann zwischendurch wechseln? Also wir deutschen sind einfach nur bekloppt mit unseren ganzen Vorschriften Wahn. Früher sind wir nur mit Sommerreifen gefahren und da gab es noch richtig viel Schnee und alles war kein Problem. Bis wieder einer mit tollen Vorschriften kommt und alles dreht am Rad. Das ist im Beruf so und Privat mittlerweile auch.
wenn mann im sommer mit winterreifen fährt und es kommt zu einem unverschuldeten unfall was kann passieren
Wirklich? Alles ihre meinung, kein fakt. Was ich weiss ist es gibt 7 ‚klasse‘ fur nasshaftung. Heisst das bei ihre logik das klasse F oder G ist auch eine moglicher aussen weg fur die Versicherungen und wir sind nur wirklich sicher mit klasse A? Unsinn und Quatsch
wenn ich die ganze Diskussion verfolge zu dem aufgerufenen Thema, dann besteht keine klare Aussage.
Es wäre jetzt doch an Bussgeldkatalog.org Versicherungen zu dem Umgang mit dem Thema zu befragen.
Sonst ist das auch wieder so ein „Ratgeber“ …. !
Okay, es gibt kein Gesetz, das das Fahren mit Winterreifen im Sommer verbietet, es gibt keine Gerichtsurteil, gibt es denn irgendeinen Beleg, dass Versicherungen dann auf grobe Fahrlässigkeit plädieren?
Hallo Polpeter,
Ihre Versicherung z (und nicht ein Gericht) entscheidet zunächst, wann grobe Fahrlässigkeit vorliegt.
Die Redaktion von bussgeldkatalog.org
Das Zauberwort ist aber das „zunächst“, wenn keinerlei Pflicht dazu besteht, kann eine Versicherung das gerne versuchen, wird am Ende aber nie damit durchkommen. Auch wenn es unüblich ist, die eigene Versicherung zu verklagen, besteht diese Möglichkeit nunmal.
Zudem wurde auf die Frage nicht geantwortet. Gibt es einen Beleg, dass Versicherungen auf grobe Fahrlässigkeit plädieren oder wird hier nur die Möglichkeit eben jener in den Raum geworfen?
Hallo ananym,
in der Regel haben Versicherungen ein Interesse daran, bei Fahrlässigkeit nicht zu zahlen und werden entsprechende Möglichkeiten ausschöpfen.
Die Redaktion von bussgeldkatalog.org
Interessanter Beitrag. Gibt es auch konkrete Vergleichszahlen, z.B. um wie viel stärker die Abkürzung, um wie viel länger der Bremsweh ist? Ansonsten kann ich mir unter den gemachten Aussagen relativ wenig vorstellen.
FG,
Cris
Hallo Cris,
aus Reifentests von Autoclubs geht hervor, dass der Bremsweg mit Winterreifen im Sommer sich bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h um mehr als 20 Meter verdoppelt kann.
Die Redaktion von bussgeldkatalog.org
So viel Text, letztendlich aber keine Antwort auf die selbstgestellte Frage, ob man zwingend sommerreifen in Sommer fahren muss. Ständig nur „sollte“. Echt mieser Artikel.
Hallo Nex,
es gibt keine gesetzliche Regelung zum Fahren mit Winterreifen im Sommer – aus diesem Grund lassen sich keine pauschalen Antworten geben und wir können uns lediglich auf Ratschläge beschränken.
Die Redaktion von bussgeldkatalog.org
Gibt es ein (oder mehrere) Gerichtsurteil/e, wo ein Fahrer wegen Fahrens mit Winterreifen im Sommer zu einer Geldbuße verurteilt wurde? Falls nein, kann sich meines Erachtens auch keine Versicherung aus Ihrer Haftung herauswinden. Gibt es hierfür reale Beispiele?
Hallo Ralph,
Urteile dieser Art sind uns nicht bekannt, schließlich gibt es kein Winterreifenverbot für den Sommer. Versicherungen berufen sich in solchen Fällen in der Regel auf grobe Fahrlässigkeit. Sie verweisen unter anderem darauf, dass der Bremsweg durch eine unangmessene Bereifung sehr lang wird.
Die Redaktion von bussgeldkatalog.org
oh mann ihr habt wenig Ahnung selbst im Winter ist das fahren mit sommerreifen nicht zwangsläufig grob fahrlässig und hier ist das ganze gesetzlich verboten. Die Versicherung wird umöglich damit davonkommen auf grobe Fahrlässigkeit zu pochen bei Winterrreifen im Sommer. Das würde der Anwaltspraktikant locker hinbekommen.